Tschüss Asiatische Hornisse: Warum Sie diese Fleischfressende Pflanze auf Ihre Terrasse stellen sollten

Fleischfressende Pflanze gegen die Asiatische Hornisse: Das stille Geheimnis erfahrener Gärtner

Auf den ersten Blick wirkt sie wie eine dekorative Kuriosität aus dem Gewächshaus – unscheinbar, still, unauffällig. Dabei leistet diese Pflanze rund um Terrassen, Pools und Bienenstöcke bemerkenswerte Arbeit. Angesichts von Vespa velutina, der Asiatischen Hornisse mit gelben Beinen, die in der Europäischen Union als invasive Fremdart eingestuft ist, suchen immer mehr Menschen nach natürlichen Lösungen.

Könnte eine schlichte pflanzliche Urne in der Sonne die Antwort sein? Der Ansatz unterscheidet sich grundlegend von klebrigen Süßfallen oder chemischen Insektiziden – und genau das macht ihn so spannend.

Sarracenia: Wie fängt diese Pflanze tatsächlich Hornissen?

Die meistgenannte fleischfressende Pflanze gegen die Asiatische Hornisse ist die Sarracenia, eine Moorpflanze aus Nordamerika. Am Jardin des Plantes in Nantes sowie an der Universität Tours und dem IRBI wurde ihre Anziehungskraft wissenschaftlich untersucht. Forscher haben die Fangmechanismen beschrieben, Fangzahlen quantifiziert und ökologische Grenzen aufgezeigt.

Die trompetenförmige Sarracenia scheidet am Rand ihrer Urnen einen intensiv duftenden Nektar aus. Angelockte Hornissen setzen sich darauf, rutschen auf der spiegelglatten Wachsoberfläche ab und werden durch nach unten gerichtete Härchen in die Tiefe gezogen. Am Boden erwartet sie ein Bad aus Verdauungssäften mit Alkaloiden, das sie lähmt und langsam abbaut. Im Freien aufgestellt, erreicht die Pflanze ihre volle Wirkung von Juli bis September – genau dann, wenn Hornissen am aktivsten auf Jagd gehen.

Konkrete Ergebnisse aus der Praxis

Gärtner berichten von handfesten Erfolgen. Eine einzige Urne kann in einer Saison bis zu 50 Asiatische Hornissen fangen, mit Spitzenwerten gegen Ende des Sommers. In Nantes ergab die Auswertung von 200 Urnen im Durchschnitt drei Asiatische Hornissen und drei Fliegen pro Urne. Eine ausgewachsene Pflanze mit 10 bis 15 Urnen kann über die gesamte Saison hinweg mehrere Dutzend Insekten anziehen.

Was die Wissenschaft sagt: Wirksam im Nahbereich, kein Allheilmittel

Die Forschung liefert eine wichtige Einordnung. Eine Studie aus dem Jahr 2018 stellte fest, dass nur 0,7 bis 4,3 % der in den Urnen gefangenen Insekten tatsächlich Vespa velutina waren – die große Mehrheit waren Zweiflügler. Ein Hornissennest beherbergt 3.000 bis 5.000 Tiere und kann bis zu 8 kg Insekten pro Jahr verbrauchen, darunter manchmal fast 50 % Bienen.

Klare Schlussfolgerung: Die Pflanze leert kein Nest, aber sie verringert den lokalen Druck genau dort, wo man lebt und arbeitet. Im Alltag bleibt der Einsatz dennoch sinnvoll. Drei große Töpfe am Terrassenrand bilden eine diskrete Schutzbarriere – Tag für Tag gleiten Hornissen in die Urnen, und die Belästigung nimmt spürbar ab. Rund um Bienenstöcke stellt man die Töpfe einige Meter vor den Fluglöchern auf, genau dort, wo Hornissen auf der Lauer liegen. Das alles geschieht lautlos, ohne Süßfallen oder Chemie.

Wo und wie stellt man die Sarracenia gegen Asiatische Hornissen auf?

Stellen Sie die Sarracenia an einen vollsonnigen, freien Standort – direkt auf dem Terrassenrand, neben dem Pool oder am Rand eines Bienenstands. Zwei bis fünf ausgewachsene Töpfe schaffen je nach Bereich eine wirksame Verteidigungslinie. Kaufen und umtopfen Sie die Pflanze im Frühling; die volle Leistung entfaltet sich von Mai bis September.

Bevorzugen Sie aufrecht wachsende Arten wie Sarracenia leucophylla, Sarracenia flava oder Sarracenia oreophila sowie großwüchsige Hybriden. Topfen Sie in einen Plastiktopf mit einem nährstoffarmen, sauren Substrat um – etwa 70 % helle Torferde und 30 % Perlit oder Quarzsand, ohne jeden Dünger.

Pflege und Überwinterung

Halten Sie die Untertasse dauerhaft mit einigen Zentimetern Regenwasser gefüllt. Verwenden Sie niemals Leitungswasser. Die Pflanze verbleibt das ganze Jahr über draußen und verträgt Temperaturen bis zu -15 °C problemlos. Im Winter färben sich die Urnen braun – das ist die natürliche Ruhephase. Ende Winter einfach die alten Urnen zurückschneiden, und die Pflanze startet frisch in die neue Saison.

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