Kein Strom, keine Heizung – dieses Gewächshaus wärmt sich selbst: Clevere Kleingärtner ernten Gemüse bis in den Winter

Plusgrade im Inneren, Frost draußen – ganz ohne Heizung

Im Gewächshaus herrschen angenehme Temperaturen, während es draußen friert. Klingt unglaublich? Ist es aber nicht – vorausgesetzt, man setzt auf eine völlig andere Art von Konstruktion.

Warum klassische Heizungen im Gewächshaus oft keine gute Wahl sind

Pflanzen brauchen keine sommerliche Hitze das ganze Jahr über. Jungpflanzen reagieren empfindlich auf starke Temperaturschwankungen, und herkömmliche Heizsysteme gleichen das nur selten zuverlässig aus. Ein Ofen müsste rund um die Uhr brennen, elektrische Heizgeräte ununterbrochen laufen – für die meisten Hobbygärtner ist das schlicht nicht finanzierbar.

Was gebraucht wird, ist eine durchdachtere und selbsttragende Lösung.

So funktioniert ein Gewächshaus, das sich selbst heizt

Genau diese Eigenschaften besitzt ein unterirdisches Gewächshaus, auch als Erdkeller-Gewächshaus oder „Walipini“ bekannt. Anders als leichte Konstruktionen aus Folie oder Polycarbonat werden seine Wände nicht vom Wind ausgekühlt. Zusätzlich speichern sie über viele Monate hinweg die Wärme aus dem Boden.

Die Erde, die sich im Sommer aufheizt, gibt diese Wärme im Winter langsam wieder ab – ohne plötzliche Temperaturschwankungen. Wie gut das funktioniert, hängt allerdings von den örtlichen Gegebenheiten und der Sorgfalt beim Bau ab.

Unterirdisches Gewächshaus bauen – worauf es ankommt

Es gibt einige wesentliche Details, die darüber entscheiden, ob die Konstruktion auch im Winter beim Anbau von Gemüse und Blumen wirklich zuverlässig funktioniert.

Tiefe der Einbettung

Je tiefer die Wände in den Boden eingelassen sind, desto wärmer bleibt es im Inneren. In den meisten Fällen reicht eine Tiefe von 1 bis 1,5 Metern aus – abhängig vom regionalen Klima und dem verwendeten Material für den oberen Bereich.

Dämmung und Nordseite

Eine sorgfältige Dämmung ist unverzichtbar. Rund um das Gewächshaus lässt sich ein einfacher Randstreifen anlegen, der das Eindringen von Frost in den Boden begrenzt. Die Nordseite sollte tiefer eingelassen oder der Wandabschluss höher gezogen werden – diese „kalte Seite“ benötigt einen besonders guten Schutz vor Kälte.

Wände und Dachkonstruktion

Die Wände können aus gewachsenem Erdreich bestehen, gemauerte Wände – etwa aus Ziegelsteinen – speichern jedoch mehr Wärme und verleihen der ganzen Konstruktion mehr Stabilität. Den oberen Abschluss bildet am besten Polycarbonat oder alte Fensterrahmen, um die Sonnenenergie optimal zu nutzen. Fenster sollten auf beiden Seiten des Firstes im 90-Grad-Winkel angebracht sein – das verbessert den Lichteinfall und sorgt dafür, dass Schnee besser abgleitet.

Wer Polycarbonat verwendet, sollte auf den richtigen Umgang im Winter achten, um Risse und Verformungen durch schwere Schneelasten zu vermeiden.

Eine wichtige Einschränkung: das Grundwasser

Diese Bauweise ist nicht geeignet für Grundstücke mit hohem Grundwasserspiegel. Andernfalls verwandelt sich das gemütliche Wintergewächshaus im Frühjahr in ein unfreiwilliges Schwimmbecken.

Der Mindestabstand zwischen dem Boden des Gewächshauses und dem Grundwasserspiegel sollte etwa 1,5 Meter betragen. Liegt das Grundwasser höher, empfiehlt es sich, auf alternative Methoden zur Wärmespeicherung zurückzugreifen.

Zusätzliche Möglichkeiten zur Wärmespeicherung

Im Gewächshaus lassen sich außerdem einfache Wärmespeicher einsetzen, die für ein gleichmäßiges Klima sorgen:

  • Im Inneren aufgestapelte Ziegelsteine
  • Mit Wasser gefüllte Flaschen oder Behälter
  • Dunkle Fässer, die sich in der Sonne aufheizen
  • Zusätzliche Ziegelwände entlang der Erdwände
  • Doppelte Verglasung oder eine zweite Folienschicht

Diese Elemente nehmen tagsüber Wärme auf und geben sie nachts wieder ab. Das sorgt für ausgeglichene Temperaturen – ganz ohne Strom und ohne Heizkosten.

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