Pink Tax bei Kleidung: Dieses Frühlings-Basic zahlen Sie viel zu teuer
Kennen Sie das perfekte Frühlings-Trio? Ein weißes, dickes T-Shirt, ein leichter Baumwollpullover, ein oversize Hemd. Im Laden kann dasselbe Basic je nach Abteilung mit zwei völlig unterschiedlichen Preisschildern versehen sein. Das ist kein Zufall. Es ist der Effekt der sogenannten Pink Tax – ein versteckter Aufpreis, den Frauen für vergleichbare Artikel zahlen. Und gerade bei den schlichtesten Teilen ist der Unterschied kaum zu übersehen.
In Frankreich weisen sowohl die Generaldirektion für Wettbewerb, Verbraucherschutz und Betrugsbekämpfung als auch das Kollektiv Georgette Sand seit Jahren auf genderbasiertes Marketing hin. Erhebungen belegen einen durchschnittlichen Aufpreis von 4 bis 30 % bei Damenkleidung – ein Phänomen, das durch die sogenannte Pinkflation noch verstärkt wird. Getrennte Abteilungen erschweren den direkten Preisvergleich. Dabei gibt es einen ganz konkreten Ausweg, der wirklich etwas verändert.
Herrenbereich: Gleiches Basic, besseres Material, günstigerer Preis
Die Anforderungen an die Stoffe unterscheiden sich erheblich. Bei Damenmode setzen viele Marken auf Leichtigkeit und schnellen Kollektionswechsel – mit entsprechend dünneren Materialien. Bei Herrenkleidung steht Langlebigkeit im Vordergrund: schwerere Baumwolle, verstärkte Kragen, doppelt genähte Nähte. Das Ergebnis ist messbar: Ein handelsübliches Damen-T-Shirt kommt oft auf etwa 110 g/m², während das männliche Pendant häufig 150 bis 180 g/m² erreicht – und dabei 20 bis 30 % günstiger verkauft wird. Achten Sie außerdem auf die Angabe Schlauchschnitt.
Makroökonomische Daten bestätigen dieses Bild. Laut Analysen von BSI Economics, die auf Daten des Government Accountability Office basieren, kosten Damenbekleidung im Schnitt etwa 8 % mehr als vergleichbare Herrenkleidung. Öffentlich zugängliche Studien nennen zudem einen Aufpreis von rund 4 % bei Mädchenkleidung gegenüber Jungenkleidung. Die strikte Trennung der Abteilungen verhindert dabei einen direkten Vergleich – und hält die Preislücke so offen.
So kaufen Sie clever in der Herrenabteliung ein
Der erste Schritt in der Herrenabteliung: Größe umrechnen. Greifen Sie ein bis zwei Größen kleiner als Ihre gewohnte Größe. Schauen Sie auf die Schulternaht: Fällt sie leicht herab, entsteht ein moderner Boyfriend-Look; rutscht sie zu weit nach unten, wählen Sie die kleinere Größe. Beim Styling gilt: Ärmel hochkrempeln, einen leicht weiten Pullover mit einem Gürtel betonen oder ein Hemd lässig in eine High-Waist-Jeans stecken.
Der zweite Schritt ist der schnelle Qualitätscheck. Befühlen Sie den Stoff und lesen Sie das Etikett: Bevorzugen Sie überwiegend Baumwolle und meiden Sie bei häufig gewaschenen Teilen Mischgewebe mit hohem Polyesteranteil. Achten Sie auf das Gewicht, wenn es angegeben ist – idealerweise über 140 g/m². Suchen Sie bei T-Shirts nach dem Schlauchschnitt, der für einen seitennahtfreien Schnitt steht, der sich nicht verdreht. Und prüfen Sie die Verarbeitung: saubere Steppnähte, fest angenähte Knöpfe.
Wie viel können Sie diesen Frühling sparen?
Die Preisunterschiede werden schnell sichtbar. Ein konkretes Beispiel aus dem Laden: ein Damen-Marinestreifenpullover für die Übergangszeit aus Acrylmischgewebe für 45 €; in derselben Filiale ein Herrenmodell aus 100 % dicker Baumwolle für 30 €. Fünfzehn Euro weniger für eine bessere Zusammensetzung – das ist eindeutig. Bei T-Shirts liegt der Preisvorteil regelmäßig bei 20 bis 30 %, und bei oversize Hemden sieht es ähnlich aus.
Im größeren Zusammenhang summieren sich diese Ersparnisse beträchtlich. In den USA soll die Pink Tax Konsumentinnen jährlich rund 1.300 Dollar kosten – umgerechnet knapp 1.200 Euro – laut BSI Economics auf Basis von GAO-Daten. In Frankreich hat ein Bericht der DGCCRF zwar den Begriff einer systematischen Steuer über alle Produktkategorien hinweg relativiert, doch bei Bekleidung wurden deutliche Preisunterschiede festgestellt. Genau deshalb lohnt es sich: vergleichen, Etiketten lesen und einfach mal die Abteilung wechseln.












