70er-Jahre-Deko-Trend: Warum dieses Sammelstück im Frühling 2026 ein Comeback feiert
Man räumt auf, leert Kartons – und diese orangefarbenen Objekte ganz unten wirken hoffnungslos veraltet. Möglicherweise ein Irrtum. Internationale Trendagenturen wie NellyRodi und WGSN kündigen die große Rückkehr des Seventies-Designs im Frühling 2026 an. Das INMA betont seinerseits, dass die Produktion jenes Jahrzehnts von einem handwerklichen Know-how geprägt war, das heute heiß begehrt ist.
Secondhand-Plattformen bestätigen den Trend mit einer Nachfragesteigerung von +45 %. Die richtige Reaktion: genauer hinschauen, bevor man etwas wegwirft.
Warum dieser Hype gerade jetzt? Die Farbtöne Burnt Orange, Erdbraun und Senfgelb passen perfekt zum Konzept des Dopamine Decor – warme Farben, die Serotonin anregen und jeden Raum sofort aufwärmen. Die dicken, fast greifbaren Texturen beleben glatte, moderne Oberflächen. Und bestimmte farbige Glaswaren filtern das Licht auf besonders angenehme Weise. All das konzentriert sich auf ein einziges Schlüsselobjekt der 70er-Jahre, das viele von uns bereits zu Hause haben.
Das It-Stück: Fat-Lava-Keramik und Rauchglas aus den 70ern
Das Herzstück des Trends ist die sogenannte Fat-Lava-Keramik: Vasen und Krüge aus Steinzeug mit dicken, großzügig verlaufenden Glasuren und „vulkanischen" Reliefstrukturen. Die Farben leuchten intensiv – von Orange über Braun bis hin zu Senfgelb. Das wirkt äußerst dekorativ auf einem schwarzen Regal oder einem weißen Sideboard.
Was den Preis betrifft: Eine einfache Fat-Lava-Vase in gutem Zustand erzielt heute zwischen 30 und 150 Euro – je nach Größe und Erhaltungszustand. Eine Spanne, die man zweimal überlegen lässt, bevor man sich von einem solchen Stück trennt.
Der andere Schatz, der wieder begehrt ist, ist Rauchglas: braune Stielgläser, Krüge, Karaffen und Schalen. Die durchgefärbte Tönung filtert auf natürliche Weise UV-Licht, erzeugt ein weicheres Licht und bricht den klinischen Effekt sehr weißer Räume. Man erkennt es häufig in Familienservices, oft verbunden mit Stempeln wie Arcopal oder Duralex auf dem Geschirr. Dezent, aber wirkungsvoll – es modernisiert sowohl den Tisch als auch die Regale.
Ein 70er-Jahre-Stück zu Hause erkennen und authentifizieren
Beginnen Sie damit, das Objekt umzudrehen. Unter dem Boden einer Vase suchen Sie nach dem Aufdruck West Germany oder der Signatur Vallauris. Bei Glaswaren und bestimmten französischen Keramiken sind die Stempel Arcopal und Duralex gute Hinweise. Testen Sie auch das Gewicht: Das Steinzeug der 70er-Jahre ist dicht und deutlich schwerer als neuere Nachfertigungen.
Achten Sie außerdem auf die dicke, fettige Glasur, die großzügigen Verlaufspuren, die Krater und das typische „Fat-Lava"-Erscheinungsbild – all das verrät die Entstehungszeit eindeutig.
Warum funktioniert das so gut in heutigen Wohnräumen? Die Relieftexturen treten in Dialog mit glatten Oberflächen, der Warm-Kalt-Kontrast verleiht Charakter, und die orangene Farbpalette zieht den Blick an, ohne den Raum zu überladen. Rauchglas wiederum dämpft das Licht und strukturiert eine Komposition. Als Duo auf einem minimalistischen Regal platziert, entsteht sofort eine stilvolle, sehr fotogene Deko-Szene im Seventies-Stil.
Wo man stöbert, wie man reinigt und ohne Fehler weiterverkauft
Ein konkretes Beispiel: Beim Ausräumen des Elternhauses ihrer Großeltern entdeckt eine Frau ein Set brauner Stielgläser und einen orangefarbenen Steingutkrug. Statt alles zu verschenken, stellt sie die Stücke auf ein schwarzes Metallregal. Der Kontrast trifft ins Schwarze – Magazin-Atmosphäre, ohne einen einzigen Euro auszugeben.
Um eine verschmutzte, poröse Keramik zu reinigen, verzichten Sie auf Bleichmittel. Stattdessen empfiehlt sich ein Bad in heißem Wasser mit 2 Esslöffeln Waschsoda für 12 Stunden, gefolgt von sanftem Spülen und Lufttrocknung.
Lust aufs Stöbern? Secondhand-Plattformen sind voll von solchen Fundstücken – und die hohe Nachfrage zeigt, dass gute Stücke schnell vergriffen sind. Prüfen Sie immer den Zustand: Absplitterungen, Risse, gleichmäßige Tönung beim Glas sowie konsistente Glasurverläufe bei der Keramik. Um Ihre Schätze zu bewahren, meiden Sie die Spülmaschine, aggressive Reinigungsmittel und dauerhaftes direktes Sonnenlicht. Bevor das Stück im Sperrmüll landet, lohnt ein Blick auf die Unterseite – er könnte den Star Ihrer Deko im Frühling 2026 retten.












