RSA nach Departement: Wo leben die meisten Bezieher?
Wo drückt das RSA – das französische Mindestsicherungssystem – am stärksten? Diese Frage taucht immer dann auf, wenn über Armut und Beschäftigung diskutiert wird. Ende 2023 bezogen in Frankreich rund 1,85 Millionen Haushalte diese Leistung, was etwa 3,70 Millionen betroffene Personen bedeutet – ungefähr 5,4 % der Gesamtbevölkerung. Diese Gesamtzahlen geben zwar einen Überblick, sagen aber noch nichts darüber aus, wie sich die Bezieher auf die einzelnen Departements verteilen.
Zwischen 2016 und 2025 verlief die Entwicklung alles andere als gleichmäßig. Auf dem Höhepunkt der Covid-Pandemie stieg die Zahl der beziehenden Haushalte auf rund 2,02 Millionen, bevor sie kontinuierlich zurückging. Im Sommer 2025 liegt Frankreich bei etwa 1,80 Millionen Haushalten – ein niedrigerer Wert als noch 2016. Dieser Trend bildet den Hintergrund für die territoriale Auswertung, die auf offiziellen CAF-Daten basiert. Die Aufschlüsselung nach Departements hält dabei einige Überraschungen bereit.
Rangliste der Departements: Anzahl der RSA-Empfänger (2025)
In absoluten Zahlen konzentrieren sich die höchsten Empfängerzahlen auf einige besonders dicht besiedelte oder überseeische Gebiete. An der Spitze steht das Departement Nord (59) mit 93.255 Haushalten und 200.827 erfassten Personen. Dahinter folgt La Réunion (974) mit 91.181 Haushalten und 205.604 Personen sowie die Seine-Saint-Denis (93) mit 82.486 Haushalten und 172.315 Personen.
Auf den weiteren Plätzen finden sich die Bouches-du-Rhône mit 69.470 Haushalten und Paris mit 62.782 Haushalten. Diese hohen Zahlen spiegeln in erster Linie die Größe und Bevölkerungsdichte dieser Regionen wider. Am anderen Ende der Skala stehen dünn besiedelte Departements wie die Lozère mit nur 1.115 Haushalten, der Cantal mit 1.619, die Creuse mit 2.247, der Corse-du-Sud mit 2.350 und die Hautes-Alpes mit 2.495. Die Auswertung umfasst insgesamt 102 Departements und Gebietskörperschaften.
RSA je 1.000 Einwohner: Die am stärksten betroffenen Gebiete
Setzt man die Empfängerzahlen ins Verhältnis zur Einwohnerzahl, verändert sich das Bild deutlich. Die überseeischen Departements und Gebiete belegen dann die Spitzenplätze, da ihre sozioökonomischen Strukturen besonders ausgeprägte Herausforderungen mit sich bringen. Im französischen Mutterland führen die Seine-Saint-Denis, die Pyrénées-Orientales, der Aude, die Ariège, der Gard und das Nord die Liste an. Diese Quote ermöglicht fairere Vergleiche zwischen Gebieten unterschiedlicher Größe.
Die niedrigsten Quoten weisen dagegen die Vendée, die Haute-Savoie, der Cantal, die Mayenne und der Ain auf. Was die Altersstruktur der Empfänger betrifft: Die 25- bis 34-Jährigen machen fast ein Drittel aller RSA-Haushalte aus, die 25- bis 44-Jährigen kommen auf rund 60 %. Unter 25-Jährige sind mit etwa 3 bis 4 % vergleichsweise selten vertreten, da die Zugangsbedingungen für diese Gruppe strenger sind.
Wie liest man die RSA-Zahlen nach Departement richtig?
Die offiziellen Daten stammen aus den Dateien der nationalen Familienkasse (CAF/CNAF) und werden auf der Plattform Data.gouv.fr veröffentlicht. Erfasst werden dabei Haushalte mit einem aktiven Zahlungsanspruch. Es ist wichtig, zwei verschiedene Kennzahlen auseinanderzuhalten: die Anzahl der beziehenden Haushalte und die Gesamtzahl der in diesen Haushalten lebenden Personen. Die Datenreihen werden quartalsweise oder jährlich aktualisiert und von verschiedenen Beobachtungsstellen, darunter das ADCF-Barometer, zu Ranglisten zusammengefasst.
Ein konkretes Beispiel aus der Seine-Saint-Denis zeigt, wie ein Departement aktiv gegensteuern kann: 22 lokale Integrationszentren, 277 spezialisierte Fachkräfte und 67 Sozialberater begleiten dort die Haushalte. Im Jahr 2025 wurden mehr als 15.000 RSA-Empfänger in diesen Einrichtungen betreut. Mélissa Youssouf, zuständige Verantwortliche des Departements, erklärte: „Die neue Ausrichtung der departementalen Eingliederungspolitik hat uns ermöglicht, wirklich zu handeln. Unser Ziel ist eindeutig: Eingliederung menschlicher, effizienter und nachhaltiger zu gestalten." Dies verdeutlicht, dass hinter den Zahlen ganz konkrete Maßnahmen stehen – und dass die Qualität der Begleitung mindestens genauso entscheidend ist wie die bloße Anzahl der Empfänger.












