Asiatische Hornisse: Dieser Alltagsmüll ist die wirksamste Waffe zu ihrer Bekämpfung

Frühjahrsfallen gegen die asiatische Hornisse: Die Waffe aus dem Alltag

Wir werfen sie täglich gedankenlos weg. Doch im Frühling verwandelt sich dieser kostenlose Abfall in einen entscheidenden Verbündeten gegen einen Eindringling, der Bienenvölker dezimiert und Gartenbesitzer in Aufruhr versetzt. In Deutschland und ganz Europa nimmt der Druck durch die asiatische Hornisse mit den ersten warmen Tagen zu, wenn die Königinnen aus dem Winterschlaf erwachen und neue Nester gründen. Genau in diesem Moment kann eine einfache Maßnahme, die jeder umsetzen kann, einen entscheidenden Unterschied machen.

Imker und Fachverbände befürworten ein gezieltes, zeitlich begrenztes Abfangen, das auf die Startphase der Kolonien ausgerichtet ist. Weder spezielles Equipment noch ein größeres Budget sind nötig – nur etwas gesunder Menschenverstand und sorgfältige Ausführung, um andere nützliche Insekten zu schonen. Richtig eingesetzt verhindert diese Methode die Nestgründung und reduziert den Befallsdruck in Gärten und rund um Bienenstöcke über den gesamten Sommer. Was dahintersteckt, ist verblüffend simpel.

Plastikflasche: Die Hornissenfalle, die nichts kostet

Das Geheimnis liegt in einer leeren Plastikflasche, die zu einem Trichtersystem umgebaut wird. Man schneidet das obere Drittel ab, dreht es um und steckt es als Trichter in den unteren Teil – der sogenannte Reusseneffekt entfaltet seine volle Wirkung. Die Hornisse gleitet vom Köder angelockt nach innen; um wieder herauszukommen, müsste sie eine enge Öffnung finden, die sie kaum wahrnimmt. Ihre Flügelspannweite und ihr unruhiger Flug machen dies zusätzlich schwierig. Das Ergebnis: Der Eintritt ist leicht, der Austritt kaum möglich. Diese Hornissenfalle aus einer Plastikflasche ist von bestechender Wirksamkeit.

Um die Falle möglichst selektiv zu halten, empfiehlt das von Fachstellen am häufigsten verwendete Köderrezept eine Mischung aus einem Drittel Dunkelbier, einem Drittel Weißwein und einem Drittel Sirup (Johannisbeere, Himbeere oder Grenadine). Der Weißwein erfüllt dabei eine Schlüsselfunktion: Er schreckt Honigbienen ab. Ein weiteres wichtiges Detail – zwei bis drei Eintrittslöcher von etwa 1 cm Durchmesser in die Flaschenwand bohren und nahe am inneren Trichter kleine Fluchtzöffnungen von etwa 5 mm vorsehen. Diese Mini-Öffnungen ermöglichen kleinen, nicht-Zieltieren die Flucht.

Anleitung: Falle in 5 Minuten bauen und aufstellen

Konkret benötigt man eine Flasche von 1,5 bis 2 Litern, ein Cuttermesser, einige Heftklammern oder robustes Klebeband sowie eine Schnur. Oberteil abschneiden, umdrehen und als Trichter einsetzen, sorgfältig befestigen. Zwei bis drei Eintrittslöcher von etwa 1 cm am unteren Teil einstechen sowie einen Kranz kleiner Mikrolöcher nahe dem inneren Flaschenhals. Köder einfüllen, verschließen, aufhängen. Wer den Dreh erst einmal raus hat, ist in fünf Minuten fertig – bei Kosten von null Euro.

Wo und wann aufstellen? Am besten in einem Höhe von 1 bis 2 Metern über dem Boden, an einem schattigen oder halbschattigen Standort, möglichst in Sichtweite. Kinder- und Tierdurchgänge meiden. Den Köder alle 7 bis 10 Tage erneuern, bei Hitze öfter. Das wirksamste Zeitfenster liegt zwischen Mitte Februar und Ende Mai, mit Abbau der Fallen rund um den 1. Mai, um den unbeabsichtigten Fang nützlicher heimischer Insektenarten zu minimieren.

Nach dem Aufstellen: Zeitplan, Artenvielfalt und was bei einem Nest zu tun ist

Warum so früh im Frühling aufhören? Nach Mai fängt man vor allem Wespen, europäische Hornissen und andere nützliche Helfer. Es ist daher sinnvoller, die Bemühungen auf die Gründungsköniginnen zu konzentrieren, solange sie noch allein unterwegs sind. Die asiatische Hornisse ist inzwischen in weiten Teilen Europas verbreitet und als invasive Fremdart eingestuft. Die Gründung eines einzigen Nestes, das mehrere tausend Tiere beherbergen kann, zu verhindern, verändert das gesamte Bild grundlegend.

Nach dem Fang vorsichtig vorgehen: Die verschlossene Flasche 24 Stunden ins Gefrierfach legen, bevor man sie öffnet, dann leeren und neu bestücken. Entdeckt man ein Primär- oder Sekundärnest, auf keinen Fall selbst zur Tat schreiten – stattdessen die Gemeinde informieren oder eine zertifizierte Fachkraft hinzuziehen. Experten raten ausdrücklich von nicht-selektiven Fallen ab. Das hier beschriebene Modell begrenzt Beifänge durch die kalibrierten Mikrolöcher und die abstoßende Wirkung des Weißweins auf nützliche Insekten.

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