Vor dem 15. April: Der Handgriff, der Ihre Agapanthen für 0 € vermehrt
Im Gartencenter kostet ein einzelner Agapanthen-Topf schnell zwischen 15 und 30 Euro. Wer eine fünf Meter lange Rabatte anlegen möchte, braucht mindestens zehn Pflanzen – da summiert sich der Preis erheblich. Die gute Nachricht: Mit einem einzigen Handgriff zu Beginn des Frühlings lassen sich vollwertige Klone für 0 € gewinnen, ganz ohne Einkauf oder Hilfsmittel.
Der Eingriff respektiert den natürlichen Vegetationszyklus dieser Stauden und erfordert lediglich ein gewöhnliches Werkzeug aus dem Geräteschuppen. Der Nutzen ist doppelt: Eine erschöpfte Pflanzenmasse wird verjüngt, und gleichzeitig entstehen zahlreiche neue Ableger, die der Mutterpflanze aufs Haar gleichen. Das entscheidende Zeitfenster schließt sich jedoch schnell – gehandelt werden muss vor dem 15. April.
Agapanthen im Frühjahr teilen: bewährte Methode und wichtige Zahlen
Das Verfahren trägt einen klaren Namen: die Horsteilung, eine Form der vegetativen Vermehrung, die für Rhizompflanzen ausdrücklich empfohlen wird. Sie reproduziert die Mutterpflanze exakt – anders als die Aussaat, die eher einem Glücksspiel gleicht. Aus einem vier bis fünf Jahre alten, ausgereiften Horst lassen sich regelmäßig 4 bis 10 neue Pflanzen gewinnen, die rasch anwachsen.
Die Aussaat ist zwar ebenfalls möglich – Samen keimen bei etwa 18 °C innerhalb von zwei bis drei Wochen –, doch bis zur ersten Blüte vergehen mehrere Jahre, und die Nachkommen können vom Ausgangstyp abweichen. Was den Zeitplan betrifft: Optimal ist die frostfreie Phase im Frühling zwischen März und April, wenn die Vegetation neu erwacht. In kälteren Regionen ist dieses Fenster die verlässlichste Wahl. Alternativ funktioniert die Teilung auch nach der Blüte, von Mitte August bis Ende September, oder im Oktober in milden Klimazonen.
Mit zunehmendem Alter verholzt das Zentrum des Wurzelstocks und verliert seine Kraft. Das Teilen erzeugt einen heilsamen Stress, der kräftige neue Wurzeln anregt – besonders wichtig bei Kübelpflanzen, wenn die Wurzeln das Gefäß vollständig ausfüllen.
Schritt für Schritt: Risikofreie Horsteilung für kostenlose Agapanthen
Beginnen Sie damit, den Wurzelballen mit einer Grabgabel zu lösen, indem Sie ringsum abstechen und ihn anschließend hebelnd herausheben. Schütteln oder spülen Sie die Erde ab, um die Rhizomstruktur sichtbar zu machen. Entwirren Sie die Wurzeln und entfernen Sie alte, schwarz verfärbte Teile konsequent.
Schneiden Sie dann sauber und senkrecht mit einer scharfen Spaten oder einem desinfizierten Brotmesser durch den Horst. Jedes Teilstück muss mindestens einen Blatttrieb, Wurzeln und ein Stück Rhizom aufweisen – idealerweise drei Knospen. Kürzen Sie das Laub auf die Hälfte, um die Verdunstung zu reduzieren.
Um Fäulnis zu verhindern, bestäuben Sie die Schnittflächen mit Holzasche oder zerstoßener Holzkohle, oder lassen Sie die Teilstücke 24 Stunden im Schatten antrocknen. Bei einer groben Zweiteilung können die Hälften sofort an ihrem endgültigen Standort eingepflanzt werden – gut angießen und den Boden gleichmäßig feucht halten. Bei vielen kleinen Ablegern empfiehlt sich zunächst eine Kultur in Töpfen mit leichtem, durchlässigem Substrat; nach ein bis zwei Monaten können sie ausgepflanzt werden.
Zwei große Horste, jeweils in fünf Teile zerlegt, ergeben bereits zehn fertige Agapanthen – eine Ersparnis von knapp 200 Euro.
Was tun, wenn der 15. April bereits verstrichen ist?
Falls das Frühlingsfenster verpasst wurde, lässt sich die Teilung problemlos auf die Zeit nach der Blüte verschieben – von Mitte August bis Ende September, oder bis in den Oktober in milden Lagen. In frostgefährdeten Gebieten ist es ratsamer, bis zum nächsten Frühjahr zu warten, um eine sichere Anwurzelphase zu gewährleisten. In der Zwischenzeit regelmäßig gießen und den Boden leicht feucht halten.
Bei Kübelpflanzen unbedingt auf sogenannte Wurzelerstickung achten: Wenn die Wurzeln den gesamten Topf ausfüllen, wird selbst reichliches Gießen wirkungslos – ein deutliches Zeichen, dass eine Teilung zum nächsten geeigneten Zeitpunkt dringend nötig ist.
Ein anschauliches Beispiel verdeutlicht das gut: Ein Kübel, der in den ersten Jahren üppig blühte, produzierte plötzlich nur noch kümmerliches Laub ohne eine einzige Blüte. Die Diagnose lautete Wurzelerstickung. Nach der Aufteilung dieses einen Topfes in drei neue Gefäße zu Frühlingsbeginn blühten alle drei Pflanzen bereits im darauffolgenden Sommer – und das Blütenvolumen hatte sich verdreifacht.
Ein praktischer Bonustipp: Zimtpulver auf die Schnittstellen streuen wirkt als natürliches Fungizid und beugt Pilzbefall wirksam vor. Die Horsteilung sollte alle 3 bis 4 Jahre wiederholt werden, um dauerhaft blühfreudige und kräftige Agapanthen zu erhalten.












