Babamisù – der italienische Kuchen, der Babà und Tiramisù vereint
Es gibt einen neuen italienischen Kuchen, über den gerade alle reden. Unglaublich weich, mit intensivem Kaffeegeschmack und einem Namen, der schon alles verrät: Babamisù, auch als Babamisu geschrieben. Dahinter steckt eine ausgesprochen köstliche Verbindung – die saftige Leichtigkeit eines getränkten Babà trifft auf die cremige Großzügigkeit eines Tiramisù, komplett mit Mascarponecreme, Kaffee und einem Hauch Kakao. Das Ergebnis? Ein echter Festtagskuchen, der sich wunderbar aufschneiden lässt, auf jedem Tisch zum Hingucker wird und dabei erstaunlich unkompliziert in der Zubereitung ist.
Um den Rahmen abzustecken: Hier begegnen sich der Süden und der Norden Italiens in einer modernen Kreation. Der Babà stammt aus Neapel, während das Tiramisù in den 1970er-Jahren in Treviso geboren wurde. Statt der üblichen Löffelbiskuits bildet ein großer, weicher und gut mit Kaffee und Rum getränkter Babà die Grundlage. Das Versprechen lässt sich in zwei Worten zusammenfassen: gelungene Fusion.
Babamisù selbst gemacht: Grundprinzip und wichtigste Zutaten
Die Idee dahinter ist denkbar einfach. Man nimmt einen großen Babà, tränkt ihn mit Kaffee und Rum, schneidet ihn in zwei Hälften und füllt ihn mit einer Mascarponecreme nach Tiramisù-Art. Zum Abschluss wird alles mit Kakao bestäubt und überzogen. Profikenntnisse sind nicht erforderlich – ein bisschen Planung genügt, um ein Dessert zu zaubern, das herrlich schmilzt, beim Anschneiden seine Form behält und an Tiramisù erinnert, ganz ohne Löffelbiskuits.
Eine bewährte Variante dieses Kuchens folgt einem entscheidenden Grundsatz: Den Babà vollständig auskühlen lassen, bevor man ihn tränkt, damit er nicht auseinanderfällt. Anschließend bereitet man einen lauwarmen Kaffee-Rum-Sirup vor und tränkt den Kuchen behutsam. Die Eigelbe werden mit Zucker aufgeschlagen, dann wird der Mascarpone mit einem Teigschaber vorsichtig untergehoben, bis eine feste Creme entsteht. Der Aufbau erfolgt wie bei einem Fraisier, danach kommt der Kuchen für einige Stunden in den Kühlschrank. Die Aromen verbinden sich, die Textur wird noch saftiger.
Die Herkunft des Babamisu: Von Neapel nach Treviso und der Aufstieg in der Spitzengastronomie
Hinter den Kulissen war es der Meisterkonditor Sal De Riso, der den Babamisù populär gemacht hat, indem er den getränkten Babà mit der Tiramisù-Creme zusammenbrachte. Seitdem haben sich zahlreiche Köche dieses Konzepts angenommen und es auf ihre eigene Weise interpretiert. Raffiniertere Versionen stammen von Emmanuele Forcone, im Glas servierte Varianten von François Daubinet, und eine besonders verführerische Interpretation hat Philippe Conticini entwickelt. Das Grundprinzip bleibt stets dasselbe, nur die äußere Form variiert.
Dabei handelt es sich keineswegs um einen bloßen Trend in Konditoreischaufenstern. Der Babamisu taucht inzwischen auf Speisekarten von Restaurants und Pizzerien auf – ein deutliches Zeichen dafür, dass dieses Hybrid-Dessert sich nachhaltig etabliert. Das Kuchen-Format hat dabei seinen ganz eigenen Reiz: ein spektakulärer Anblick, großzügige Portionen, klarer Aufbau. Kurz gesagt, ein Chefkuchen, den man zu Hause ohne Spezialausrüstung nachbauen kann – mit garantiertem Wow-Effekt beim nächsten Dinner.
So gelingt Ihr Babamisù zu Hause – und so passen Sie ihn an
Drei einfache Grundregeln entscheiden über den Erfolg. Erstens: Den Babà unbedingt auskühlen lassen, bevor man ihn tränkt. Zweitens: Einen lauwarmen Kaffee-Rum-Sirup verwenden, damit der Kuchen nicht zu sehr durchweicht – beim Tränken sanft eindrücken, ohne ihn zu zerdrücken. Drittens: Eine fest geschlagene Tiramisù-Creme herstellen und den Kuchen anschließend im Kühlschrank ruhen lassen, bis er sich stabilisiert hat und die Aromen sich miteinander verbunden haben. Diese Ruhezeit macht den entscheidenden Unterschied, besonders wenn die Oberfläche großzügig mit Kakao bedeckt wird.
Möchten Sie das Rezept an Ihre Gäste anpassen? Alkoholfrei gelingt die Variante mit Rum-Extrakt oder einem kräftigeren Espresso. Als schnelle Version eignet sich ein gekaufter Babà aus dem Handel oder sogar ein Savarin-Gebäck. Für ein individuelles Dessert lässt sich das Ganze auch im Glas servieren – eine Idee, die direkt aus der Spitzengastronomie stammt. Im Kühlschrank unter einer Glocke aufbewahrt und in einer stabilen Box transportiert, bleibt der Babamisù stundenlang wunderbar saftig – manchmal schmeckt er nach einer Weile sogar noch besser.












