Überhitzte Terrasse: Die Kletterpflanze, die jeden Sonnenschutz übertrifft
Wenn das Thermometer explodiert, hält eine gespannte Markise weder die Hitze noch die Reflexion des Bodenbelags auf. Studien zeigen, dass ein dichtes Pflanzendach die gefühlte Temperatur im Hochsommer um 5 bis 8 °C senken kann. Auf einer Südterrasse geht es nicht nur darum, Schatten zu erzeugen – die Luft über dem Tisch und dem Steinboden muss aktiv abgekühlt werden. Genau das leistet eine gut gewählte Kletterpflanze.
Eine Markise liefert toten Schatten, während lebendiges Blattwerk durch Evapotranspiration die Luft aktiv kühlt. Es gibt viele wärmeliebende Kletterpflanzen: Bougainvillea, Glyzinie, Trompetenblume, Jasmin, Kletterrosen und mehr. Doch nicht alle bieten die gleiche Kühlleistung oder halten ihr Blattwerk das ganze Jahr über. Gesucht wird ein schneller, langlebiger und dekorativer Naturschutz – und da kommt eine zu Unrecht vergessene Kletterpflanze ins Spiel.
Akebia quinata: Der Kletterpflanzen-Strauch gegen Hitze an Terrasse und Pergola
Das Geheimnis trägt den Namen Akebia quinata, auch bekannt als Schokoladenrebe. Diese windende Kletterpflanze aus Ostasien rankt sich je nach Standort auf eine Höhe von etwa 5 bis 10 Metern. Ihr glattes, fünfteiliges Blattwerk bildet rasch einen dichten Sichtschutz und gilt als halbimmergrün in milden Klimazonen. Im Frühling überrascht sie mit unscheinbaren, aber herrlich nach Vanille duftenden Blüten an der Pergola. Sonne oder Halbschatten sind ihr gleichermaßen willkommen, solange die Wurzeln kühl bleiben.
Auf einer Steintetrasse entwickelt diese Liane schnell ein schützendes Pflanzendach. In den meisten Regionen Deutschlands ist sie winterhart und treibt nach einer sorgfältigen Pflanzung zuverlässig aus. Ihr geschmeidiger Wuchs lässt sich problemlos lenken und erfordert keine schweren Stützkonstruktionen. Anders als empfindliche Exoten hält sie während der gesamten Gartensaison durch. Kurz gesagt: ein Hitzeschutzschild, der zugleich schön anzusehen und leicht zu pflegen ist.
Schritt für Schritt zum eigenen Mikroklimaparadies
Pflanzen Sie die Akebia im Herbst oder zu Frühjahrsbeginn, frostfrei, damit sie sich vor den großen Hitzewellen gut etablieren kann. Graben Sie ein 40 cm tiefes Loch, etwa 30 cm vom Pfeiler oder der Wand entfernt, und legen Sie eine 5 cm starke Drainageschicht aus Kies oder Blähton an. Mischen Sie den Aushub mit 50 % nährstoffreichem Komposterde und einer Handvoll Kompost, setzen Sie die Pflanze ein und gießen Sie kräftig an. Mulchen Sie die Pflanzstelle sofort, um die Feuchtigkeit zu halten und den Boden kühl zu halten.
In den ersten Wochen leiten Sie die Triebe mit Bast, bis sie sich selbstständig einranken. Die erste Saison über regelmäßig gießen fördert die Evapotranspiration und das Wachstum spürbar. In der Praxis haben zwei Pflanzen innerhalb von zwei Saisons ein halbimmergrünes Blätterdach gebildet – der Sitzbereich wurde mittagssonnentauglich und verströmte im Frühling herrlichen Duft. Direkt nach der Blüte schneiden Sie zurück, um die Pflanze zu verdichten und zu begrenzen. Auf einem stabilen Gerüst entsteht der Schatten überraschend schnell.
Akebia, Trompetenblume, Glyzinie oder Jasmin: Was ist die beste Wahl?
Die Trompetenblume liebt Wärme und bedeckt Flächen zügig, verliert aber ihr Laub im Winter – und ihr kräftiger Wuchs macht die Sichtschutzwirkung außerhalb der Saison zunichte, auch wenn manche Sorten bis etwa -15 °C tolerieren. Die Glyzinie ist ein Prachtexemplar, aber extrem wüchsig und laubabwerfend. Gemeiner Jasmin, Mandevilla laxa oder Pandorea ricasoliana duften intensiv, sind jedoch wenig winterhart. Der Fremontodendron, ein spaliergeeigneter Strauch für volle Sonne, verträgt Trockenheit gut, leidet aber unter Nässe. Die Akebia hingegen liefert dichten Sommerschatten, bleibt teilweise auch im Winter präsent und lässt sich einfach führen.
Für ein besonders effektvolles Ergebnis kombinieren Sie die Akebia quinata mit einer großblütigen Clematis: Die Wurzeln vertragen sich gut, die Blütezeiten ergänzen sich, und das Blattwerk wird insgesamt dichter. Richten Sie die Konstruktion so aus, dass Schatten genau in den heißesten Stunden zwischen 11 und 16 Uhr fällt. Der Wurzelbereich gehört in den Schatten und sollte gemulcht werden, die Triebspitzen dürfen in die Sonne streben. Rückschnitt nach der Blüte und konsequentes Gießen im ersten Jahr genügen vollkommen. Das Ergebnis: eine kühle, duftende Terrasse, auf der man auch an heißen Tagen gerne sitzt.












