Kryptos, grüne Geldanlagen, KI: 5 Warnsignale für Finanzbetrügereien zum Schutz Ihrer Ersparnisse

Finanzbetrügereien rund um Kryptos und grüne Geldanlagen: Die Falle schnappt immer schneller zu

Verlockende Gewinnversprechen, glatte Verkaufsreden, vertraute Logos – Finanzbetrügereien werden zunehmend professioneller. Im Jahr 2025 sind die Meldungen an die französische Finanzmarktaufsicht (AMF) weiter gestiegen, während die durchschnittlich gemeldeten Verluste auf 34.000 Euro geklettert sind – gegenüber 29.500 Euro im Jahr 2024. Die Beobachtungsstelle für die Sicherheit von Zahlungsmitteln bezifferte den Gesamtschaden allein im ersten Halbjahr 2025 auf 618,4 Millionen Euro, was einem Anstieg von 7,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Zahlen, die eindeutig für sich sprechen.

Die Betrugsmaschen verbreiten sich über immer mehr Kanäle: makellose Webseiten, mobile Apps, gefälschte WhatsApp- oder Telegram-Gruppen. Selbst Menschen, die eigentlich als vorsichtig gelten, tappen mitunter in diese Fallen. Die vorliegenden Daten zeigen außerdem eine besonders hohe Betroffenheit unter Personen unter 35 Jahren, vor allem bei Männern mit Affinität zu Online-Investitionen. Die Frage ist also nicht ob, sondern wo die lukrativsten Fallen für Betrüger lauern.

„Wunder-Kryptos": Das beliebteste Jagdrevier der Betrüger

„Die meisten Anfragen betreffen Kryptowerte", erklärt Anne Delannoy, Leiterin des Bereichs Finanzangebote und Warnmeldungen. Die Szenarien variieren: direkter Handel, nicht autorisierte Plattformen oder angeblich vollautomatische und fehlerfreie Trading-Roboter. Solche Angebote wirken in wenigen Klicks überzeugend – besonders wenn die Aufmachung professionell aussieht und das Verkaufsgespräch alle Merkmale einer „zukunftsträchtigen" Investition erfüllt.

Ein weiterer Wachstumstrend: Anlageprodukte, die an wirtschaftliche oder klimatische Themen anknüpfen. Gold, seltene Erden, Energierohstoffe, als „grün" oder „nachhaltig" vermarktete Investments – „Das reitet wirklich auf der aktuellen Konjunktur", fasst Anne Delannoy zusammen. Dazu kommen Versprechungen rund um Wein, „ökologische" Parkplätze oder angebliche Insiderinformationen zu bevorstehenden Unternehmensübernahmen. Die Geschichte ändert sich, das Ziel bleibt dasselbe: ein wackeliges Angebot als solide darzustellen.

KI, Identitätsdiebstahl und „doppelter Betrug": Warum diese Angebote so glaubwürdig wirken

Künstliche Intelligenz hat die Qualität des Betrugs auf ein neues Niveau gehoben. „Man hat es mit Betrügerseiten zu tun, die wirklich sehr gut gemacht sind – nahezu identische Kopien seriöser Websites. Sogar das Corporate Design der AMF kann perfekt nachgeahmt werden", betont Anne Delannoy. Ergänzt durch gefälschte Presseartikel, Deepfake-Videos mit bekannten Persönlichkeiten und ein tadelloses visuelles Erscheinungsbild reichen die Vertrauenssignale von gestern längst nicht mehr aus.

Eine weitere wachsende Bedrohung ist der sogenannte „doppelte Betrug". Dabei wird ein erstes Opfer von einem angeblichen Mitarbeiter einer Behörde erneut kontaktiert, der die Rückgewinnung der verlorenen Gelder verspricht – gegen weitere Zahlungen. Das Ganze wird von einem selbstsicheren Fachjargon begleitet: „Die Betrüger verwenden eine ziemlich professionelle Sprache und wirken relativ glaubwürdig, wenn sie potenzielle Opfer ansprechen. Sie treten auf wie erfahrene Vertriebsmitarbeiter", erklärt Anne Delannoy. Psychologischer Druck und wiederholte Kontaktaufnahme erledigen den Rest.

Wie prüft man eine Geldanlage, bevor man auch nur einen Euro überweist?

Fünf Warnsignale sollten sofort die Alarmglocken läuten lassen. Erstens: Zeitdruck – „Wenn Sie unter Druck gesetzt werden, schnell zu zeichnen, ist das ein wirklich deutliches Warnsignal", betont Anne Delannoy. Zweitens: unrealistische Versprechen – „Wenn es zu schön klingt, um wahr zu sein, dann ist es das auch", stellt sie klar. Drittens zählt das Fehlen einer klaren Identität: „Man würde auf der Straße auch nicht seine Kreditkartennummer herausgeben – warum also im Internet?" Hinzu kommen Vorsicht bei der Nachahmung regulierter Anbieter sowie bei übermäßig technischen und aggressiven Verkaufsgesprächen.

Der erste Schritt zur Überprüfung: sicherstellen, dass der Anbieter tatsächlich zugelassen ist. Die AMF verweist auf ihre schwarzen Listen und weißen Listen sowie auf offizielle Register wie Regafi oder Orias, je nach Art des Finanzdienstleisters. Das Tool AMF Protect Épargne hilft zudem dabei, das Betrugsrisiko einzuschätzen. Im Jahr 2025 hat die Behörde 405 Websites auf ihre schwarze Liste gesetzt und die gerichtliche Schließung von 179 weiteren Seiten erwirkt. Konkrete Orientierungspunkte – bevor man irgendeine Investitionsentscheidung trifft.

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