RSA, APL und Aktivitätsprämie: Gewinnen oder verlieren Sie 100 Euro monatlich mit der neuen Einheitsbeihilfe?

Einheitliche Sozialleistung: Was sich für RSA, APL und Aktivitätsprämie ändert

Monatlich 100 Euro mehr oder 100 Euro weniger im Portemonnaie – so groß ist die Spanne, die rund um die geplante einheitliche Sozialleistung (ASU) diskutiert wird. Das Vorhaben sieht vor, den RSA, die Aktivitätsprämie und die APL zu einer einzigen Leistung zusammenzufassen. Die Berechnung soll über ein soziales Referenzeinkommen erfolgen, das sowohl die Haushaltsgröße als auch die verfügbaren Ressourcen berücksichtigt.

Das erklärte Ziel: das System vereinfachen und Arbeit spürbar attraktiver machen als Nichterwerbstätigkeit – selbst bei schlecht bezahlten Jobs. Eine vollständige Einführung ist für das Jahr 2030 geplant. Zusätzlich soll bereits ab 2027 ein einheitliches Sozialkonto eingeführt werden, um den Nichtzugang zu Leistungen zu reduzieren, der beim RSA besonders stark ausgeprägt ist.

Wer von der ASU profitiert: Haushalte und erwartete Beträge

Laut Simulationen der Drees würden rund 3,77 Millionen Haushalte ein höheres verfügbares Einkommen erzielen, mit einem durchschnittlichen Gewinn von etwa 100 Euro pro Monat. Vor allem Haushalte mit den niedrigsten Lebensstandards würden zu den Hauptgewinnern zählen. Die Regierung betont außerdem, dass Haushalte ohne Einkommen oder mit bis zu einem halben Mindestlohn nicht benachteiligt würden.

Im geplanten System würde sich die ASU flexibel an Einkommen und Haushaltszusammensetzung anpassen, um auch gering entlohnte Erwerbstätigkeit stärker sichtbar zu machen. Die Botschaft ist eindeutig: Wer arbeitet – selbst in Teilzeit – soll das direkt im Geldbeutel spüren. Das ab 2027 erwartete einheitliche Sozialkonto soll zudem den Zugang zu Leistungen erleichtern und Menschen erreichen, die heute bestehende Hilfen nicht in Anspruch nehmen.

Wer Verluste befürchten muss: Die am stärksten gefährdeten Profile

Auf der anderen Seite könnten laut Analysen fast 4 Millionen Haushalte zu den Verlierern gehören, mit einem durchschnittlichen monatlichen Minus von rund 100 Euro. Betroffen wären häufig Haushalte, die knapp oberhalb der untersten Einkommensschwellen liegen. Simulationen zeigen zudem, dass Eigentümer ohne laufenden Kredit bei gleichem Einkommen häufiger Einbußen erleiden würden als Mieter – besonders ab einem Einkommen in Höhe des Mindestlohns.

Gewerkschaftliche Kritik nimmt in diesem Zusammenhang zu. Éric Gautron, Konfödérationssekretär der Force Ouvrière und zuständig für sozialen Schutz, warnte: „Vereinfachung geht oft mit Rechteverlusten einher, wie es beim APL der Fall war. Zumal diese Reform in einem Kontext von Haushaltskürzungen und konstantem Budget durchgeführt wird. Die Simulationen zeigen, dass fast 4 Millionen Haushalte Einkommenseinbußen erleiden würden, darunter viele der Ärmsten und Arbeitsmarktfernsten." Auch der nationale Verband autonomer Gewerkschaften warnt vor drohenden Verlusten für Haushalte in den untersten Dezilen sowie vor fehlenden Garantien für die Verlierer.

Gewinner oder Verlierer der ASU: Wie Sie Ihre Situation einschätzen können

Das Reformkonzept befindet sich noch in der Abstimmungsphase und könnte bis 2030 noch wesentliche Änderungen erfahren. Die Regierung gibt sich beruhigend und verweist auf mögliche Anpassungen. Bis dahin sind vier Faktoren entscheidend: Einkommenshöhe, Wohnstatus, Haushaltszusammensetzung und Erwerbssituation. Das geplante einheitliche Sozialkonto ab 2027 soll zudem den Leistungszugang vereinfachen – was für viele bisher „unsichtbare" Haushalte die Lage grundlegend verändern könnte.

  • Haushalt ohne Einkommen oder bis zu einem halben Mindestlohn: Von der Regierung als geschützt eingestuft.
  • Mieter mit sehr geringem Einkommen: Laut Simulationen häufiger in der Gewinnergruppe.
  • Bescheidener Eigentümer ohne laufenden Kredit, rund um den Mindestlohn: Stärker dem Risiko sinkenden verfügbaren Einkommens ausgesetzt.
  • Einkommensschwacher Haushalt knapp oberhalb der untersten Schwellen: Erhöhtes Risiko eines monatlichen Verlustes von rund 100 Euro.

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