Leclerc und Carrefour: Warum Eigenmarken alles verändern
Beim nächsten Einkauf im Supermarkt sollten Sie den automatischen Griff zur bekannten Marke überdenken. In vielen Regalen zahlen Sie mit der Markenware hauptsächlich für Verpackung und Werbung – nicht für bessere Qualität. Verbraucherstudien bestätigen immer wieder: Wer auf Eigenmarken umsteigt, spart 20 bis 40 Prozent, ohne Abstriche beim Geschmack oder der Qualität machen zu müssen. Der entscheidende Trick liegt darin, die Etiketten richtig zu lesen.
Der gesetzliche Rahmen spielt Verbrauchern dabei in die Karten. Die EU-Verordnung Nr. 1169/2011 schreibt eine klare, gut lesbare und ehrliche Kennzeichnung vor – inklusive Produktbezeichnung, Zutatenliste in absteigender Reihenfolge, Nettomenge, Nährwertangaben und optional dem Nutri-Score. Hinzu kommen Chargennummer und ein Betriebscode zur Rückverfolgbarkeit. Kurz gesagt: Alle Informationen für einen objektiven Vergleich stehen bereits auf dem Etikett.
Stopp bei diesen 3 Produkten: Joghurt, Kekse, Aufschnitt
Der erste lohnende Wechsel betrifft Naturjoghurt und Quark. Diese Produkte haben kurze Rezepturen und wenig Spielraum für Unterschiede. Vergleichen Sie das ovale Qualitätszeichen auf Milchprodukten – die sogenannte Gesundheitszulassung im Format „DE XX.XXX.XX EG": Ist sie bei Markenware und Eigenmarke identisch, stammen beide aus derselben Produktionsstätte. Wenn die ersten zwei oder drei Zutaten übereinstimmen – etwa Milch und Milchfermente – zahlen Sie nur noch für die Verpackung. Das Ergebnis: nahezu identischer Geschmack und Textur bei deutlich geringeren Kosten.
Die zweite offensichtliche Kategorie sind Butterkekse und Schokoladenplätzchen. Häufig trägt eine Eigenmarkenpackung denselben Produktionscode wie die teure Markenversion – zu einem rund 30 Prozent günstigeren Preis. Ein Blick auf die Zutatenliste bringt manchmal eine angenehme Überraschung: Bei der Eigenmarke steht Butter, bei der Markenware hingegen pflanzliche Fette. Die dritte Kategorie, die genaue Betrachtung verdient, ist Aufschnitt. Vergleichen Sie die genaue Produktbezeichnung, das Qualitätszeichen, den ausgewiesenen Fleischanteil und die drei Hauptzutaten – auch hier ziehen viele Eigenmarken qualitativ gleich.
So lesen Sie Etiketten richtig: Betriebscode, Zutaten, Nutri-Score
Beginnen Sie mit der Produktbezeichnung, um sicherzustellen, dass Sie wirklich vergleichbare Produkte gegenüberstellen. Lesen Sie anschließend die Zutatenliste, die vom mengenmäßig größten zum kleinsten Bestandteil geordnet ist – Allergene sind dabei besonders hervorgehoben. Beachten Sie außerdem ausgelobte Zutatenanteile, das Nettogewicht sowie die vollständige Nährwerttabelle. Der Nutri-Score liefert eine schnelle Orientierung, sofern er angegeben ist – ein nützlicher Bonus, aber keine Pflicht.
Achten Sie danach auf den Betriebscode auf Keks- oder Lebensmittelverpackungen: Er verweist auf den genauen Produktionsstandort. Bei tierischen Erzeugnissen gilt die ovale Genusstauglichkeitskennzeichnung als Ausweis der Herstellungsstätte. Stimmen die Codes überein, laufen die Produkte oft auf denselben Produktionslinien – und die Eigenmarke übernimmt häufig zu 95 Prozent das gleiche Rezept. Seit dem 1. April 2020 muss zudem die Herkunft der primären Zutat angegeben werden, falls sie von der beworbenen Herkunft abweicht.
Wie viel sparen Sie – und wann lohnt sich die Markenware noch?
Wer einen typischen Wocheneinkauf konsequent auf Eigenmarken umstellt, erzielt regelmäßig Einsparungen von 20 bis 40 Prozent. Eine einfache Faustregel hilft dabei: gleiche Produktbezeichnung, gleiche drei Hauptzutaten, identischer Betriebscode, mindestens gleich hoher Zutatenanteil – und ein niedrigerer Kilopreis. Vorsicht bei Marketingbegriffen wie „natürlich" oder „ohne Konservierungsstoffe": Sie sagen wenig aus, wenn diese Eigenschaften ohnehin für die gesamte Produktkategorie gelten.
Eine Markenware kann dennoch sinnvoll sein, wenn die Eigenmarke eine längere Zutatenliste aufweist, qualitativ schlechtere Rohstoffe enthält oder einen ungünstigeren Nutri-Score erzielt. Die Unterschiede variieren von Produkt zu Produkt – sogar innerhalb derselben Supermarktkette. Die beste Strategie bleibt immer dieselbe: Etikett lesen und Betriebscode prüfen. Bei Naturjoghurt, Butterkeksen und Aufschnitt führt dieser einfache Check sehr häufig direkt zur Eigenmarke.












