Peyronie-Krankheit: Diese Penisverkrümmung beunruhigt Männer und belastet die Partnerschaft

Peyronie-Krankheit: Eine Penisverkrümmung, die das Liebesleben auf den Kopf stellt

Eines Morgens sieht alles anders aus. Eine unerwartete Krümmung, manchmal schmerzhaft, taucht beim Geschlechtsverkehr auf und lässt den Moment erstarren. Für viele Männer und Frauen ist der Schock doppelt so schwer: persönliche Sorge auf der einen Seite, die Angst darüber zu reden auf der anderen. Das ist kein Randphänomen – es betrifft die Sexualität genauso wie das Selbstvertrauen. Das Schweigen, das durch das Tabu entsteht, macht die Angst nur größer.

Urologen begegnen dieser erworbenen Penisveränderung regelmäßig – zunächst kaum wahrnehmbar, dann im erigierten Zustand deutlich sichtbar. Es handelt sich weder um eine Infektion noch um eine sexuell übertragbare Krankheit, und sie hat nichts mit mangelnder Hygiene zu tun. Sie trägt einen medizinischen Namen, der beim ersten Hören oft Schrecken auslöst. Doch was danach kommt, zählt mehr als die bloße Diagnose auf dem Papier.

Symptome, Zahlen und Risikofaktoren der Peyronie-Krankheit

Die Peyronie-Krankheit entsteht durch eine fibröse Plaque, die sich in der Tunica albuginea bildet – der Hülle, die die Schwellkörper umgibt. Dieses vernarbte Gewebe verliert seine Elastizität und zieht den Penis auf die betroffene Seite. Die Peniskrümmung kann nach oben, unten oder seitlich verlaufen, manchmal sogar eine Sanduhrform annehmen. Zu Beginn treten häufig Schmerzen bei der Erektion auf, wenn auch nicht immer. Im Ruhezustand lässt sich die Verhärtung gelegentlich ertasten.

Was die Zahlen betrifft: Schätzungen zufolge sind 3 bis 8 Prozent aller Männer betroffen, mit einem Durchschnittsalter von rund 50 Jahren und einem Häufigkeitsgipfel zwischen 50 und 70 Jahren. Bei Diabetikern steigt das Risiko auf etwa 10 Prozent, nach einer radikalen Prostatektomie sogar auf rund 15 Prozent. Es handelt sich nicht um einen Tumor, und es besteht keinerlei Krebsrisiko. Die Sexualität leidet häufig darunter – mögliche Erektionsstörungen und depressive Symptome bei fast 20 Prozent der Betroffenen sind keine Seltenheit.

Zwei Phasen, zwei Etappen der Peyronie-Krankheit

Die Erkrankung verläuft in zwei Abschnitten. Die aktive Phase, auch Entzündungsphase genannt, dauert in der Regel etwa sechs Monate – manchmal bis zu 18 Monate. Schmerzen stehen im Vordergrund, die Verformung schreitet fort, und die Anspannung wächst. In dieser Zeit bessert sich ein Viertel der Fälle von selbst, ein weiteres Viertel verschlechtert sich, und die Hälfte bleibt unverändert. Operative Eingriffe sind während dieser Phase grundsätzlich nicht vorgesehen.

Anschließend folgt die stabile Phase: Die Plaque verändert sich nicht mehr, die Schmerzen lassen nach, und die Krümmung ist fixiert. Die erektile Dysfunktion kann psychisch bedingt sein oder durch die Plaque entstehen, die die Blutversorgung in der Penisperipherie stört – oft zeigt sich eine stabile Basis, während die Spitze schlaffer bleibt. Ein Längenverlust ist häufig, und Behandlungen stellen die ursprüngliche Größe in der Regel nicht wieder her. Ein offenes Gespräch in der Partnerschaft kann helfen, Vermeidungsverhalten zu überwinden.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei der Peyronie-Krankheit?

Während der aktiven Phase liegt der Schwerpunkt auf Beobachtung und Beschwerdelinderung. Eine Vitaminergänzung kann empfohlen werden, ihr Nutzen bleibt jedoch unsicher. Ultraschall kann bei Schmerzen helfen, ohne jedoch eine gesicherte Wirkung auf die Krümmung zu haben. Der regelmäßige Einsatz einer Vakuumpumpe könnte die Verformung begrenzen, doch fehlen belastbare Beweise für eine Standardempfehlung. Solange die Krankheit aktiv ist, wird von Operationen abgesehen.

Sobald sich die Erkrankung stabilisiert hat, stehen gezielte Therapieoptionen zur Verfügung. Kollagenase-Injektionen (Xiapex) in die Plaque reduzieren die Krümmung im Schnitt um etwa 20 Grad und zeigen bei fast 60 Prozent der Patienten eine Wirkung. Sie sind jedoch kostspielig, nicht erstattungsfähig und bergen Risiken wie Hämatome, Juckreiz und – selten – einen Penisbruch in etwa 1 Prozent der Fälle. Das Behandlungsprotokoll kann bis zu acht Injektionen umfassen, sofern die Behandlung anschlägt. Bleiben Geschlechtsverkehr unmöglich, korrigiert die Plicatio-Chirurgie nach Nesbit Krümmungen unter 60 Grad – auf Kosten von etwa einem Zentimeter Längenverlust pro korrigierter 30 Grad. Bei ausgeprägteren Verformungen kommt die Inzisions- und Transplantationstechnik zum Einsatz, die jedoch in rund 30 Prozent der Fälle Erektionsprobleme nach sich zieht. Bei gleichzeitig bestehender schwerer Erektionsstörung gilt das Penisprothesen-Implantat als sinnvollste Lösung.

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