Hornissen: Hören Sie im Frühling auf, diese Blume zu pflanzen – sie zieht unweigerlich die Königinnen an

Frühling: Diese Pflanzen ziehen asiatische Hornissenköniginnen an

Sobald die Temperaturen steigen, tauchen gestreifte Insekten wieder im Garten auf. Ab etwa 13 bis 15 °C erwachen die Königinnen der asiatischen Hornisse aus ihrer Winterstarre und machen sich auf die Suche nach schnell verfügbaren Zuckern. Gartengestaltung spielt gerade in stadtnahen Gebieten eine erhebliche Rolle – das bestätigen Beobachtungen von Imkern und Naturforschern gleichermaßen.

Besonders kritisch ist der Zeitraum von Februar bis Mai. Frisch erwachte Königinnen stürzen sich auf die wenigen Nektarquellen, die so früh im Jahr überhaupt verfügbar sind. Blühpflanzen in der Nähe von Türen, Fenstern oder Terrassen wirken dabei wie eine Tankstelle. Befinden sich besonders trachtreiche Pflanzen in einem Umkreis von ein bis zwei Kilometern, können sich dort Dutzende Königinnen gleichzeitig sammeln – und dabei ganz nebenbei geeignete Nistplätze auskundschaften.

Mahonie: Die Blume, die man nicht neben der Terrasse pflanzen sollte

Der Hauptverursacher ist die Mahonie, ein immergrüner Strauch asiatischer Herkunft, dessen leuchtend gelbe Blütentrauben bereits im späten Winter und frühen Frühling aufgehen. Dieses außergewöhnlich frühe Nektarangebot macht ihn zu einer der problematischsten Pflanzen in Hausnähe. Ähnlich verhält es sich mit winterblühenden Kamelien (Camellia japonica), bestimmten Nieswurzarten sowie blühendem Efeu (Hedera helix). Die Kombination ist fatal: reichlich Zucker, kaum Blütenkonkurrenz und maximale Frequentierung durch Gründungsköniginnen.

Bevor sie Beute für ihre künftigen Larven jagen, müssen die Königinnen ihren Energievorrat durch Nektar auffüllen. Ein in der Praxis häufig berichteter Fall: Ein Mahonienbusch, der direkt unter einem Wintergarten gepflanzt war, löste bereits im März einen regelrechten Ansturm großer Insekten aus – kurz darauf entstand ein Nest direkt unter dem Dachüberstand, nur wenige Zentimeter von der Zuckerquelle entfernt. Die Kombination aus Mahonie und Fenster ist kein Zufall, sondern schafft einen idealen Korridor zwischen Nahrung und Unterkunft.

Vom Nektar zum Nest: Das Risiko rund ums Haus verstehen

Bei Vespa velutina nigrithorax läuft der Zyklus wie am Schnürchen: Die Königin gründet im Frühling zunächst ein kleines Primärnest in einem geschützten Unterschlupf – unter Dachvorsprüngen, in Geräteschuppen oder Rollladenkästen. Später zieht die Kolonie in ein weitaus größeres Sekundärnest um. Eine einzige Kolonie kann in einer Saison bis zu 25.000 Individuen hervorbringen, darunter rund 500 zukünftige Königinnen. Diese Zahlen verdeutlichen, welches Gewicht einer einzigen, gut ernährten Gründungskönigin zukommt.

Vorbeugung beginnt bereits beim Pflanzen. Mahonien, winterblühende Kamelien oder japanische Mispeln sollten mindestens 10 Meter von Aufenthaltsbereichen entfernt stehen. Rankt Efeu an der Hausfassade, empfiehlt es sich, ihn vor der Blüte zurückzuschneiden, um das Nektarangebot zu reduzieren. Wer diese Pflanzen an den hinteren Gartenrand verlagert, erhält ihre Vorteile für Bestäuber – unterbricht aber gleichzeitig den direkten Weg der Königinnen zum Haus.

Was kann man nahe am Haus pflanzen, ohne Vespa velutina nigrithorax anzulocken?

Auf einer Terrasse empfehlen sich Kräuter und Stauden, die erst später blühen und Düfte verströmen, die für Hornissen wenig attraktiv sind: Lavendel, Rosmarin, Thymian, Bohnenkraut, Rosengeranie, Minze (eingegrenzt gehalten), Wermut und Zitronengras. Bekannte „Magneten" wie Schmetterlingsstrauch, blühender Efeu, größere Obstbäume und japanische Mispeln gehören dagegen in die hintere Gartenecke. Das entscheidende Kriterium ist der Blühzeitpunkt: Je später eine Pflanze blüht, desto weniger interessiert sie Königinnen, die gerade erst aus dem Winterschlaf erwacht sind.

Lässt sich eine bereits vorhandene Mahonie nahe am Haus nicht umpflanzen, gibt es drei wirksame Maßnahmen: Sie im Spätherbst verpflanzen, sie vor der Hauptblüte zurückschneiden, um den Nektar zu begrenzen, oder sie als Köderstation nutzen – mit einer selektiven Frühlingsfalle, die von Februar bis Mai in ihren Ästen aufgehängt wird. Dabei unbedingt auf sogenannte „Alles-töten-Flaschen" verzichten, die unterschiedslos auch Bestäuber fangen. Als Ergänzung kann eine Sarracenia oreophila bis zu fünfzig Hornissen fangen, ist allerdings ebenfalls nicht selektiv. Pragmatismus ist hier der beste Ratgeber.

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