Agirc-Arrco-Rente: Warum Ihre Pension dieses Jahr eingefroren bleibt
Seit dem 1. November 2024 liegt der Agirc-Arrco-Punktwert unveränderlich bei 1,4386 €. Auch im Jahr 2026 hat keine Anpassung stattgefunden – was erklärt, warum die Zusatzrenten von Arbeitnehmern aus dem Privatsektor auf dem gleichen Niveau bleiben. Von diesem Einfrieren sind rund 14 Millionen Rentnerinnen und Rentner betroffen.
Normalerweise wird jedes Jahr im Herbst eine Erhöhung vorgenommen. Im November 2025 haben die Sozialpartner jedoch auf eine zusätzliche Anpassung verzichtet. Diese Entscheidung ist Teil der finanziellen Steuerungsstrategie des Agirc-Arrco-Systems. Die offiziell veröffentlichten Parameter der Kasse bestätigen: Der Punktwert bleibt auch im Frühjahr 2026 unverändert.
Inflation und neue Berechnungsregeln: Was die Rentenerhöhung blockiert
Seit dem nationalen Branchentarifvertrag vom Oktober 2023 richtet sich die Rentenanpassung nach einer klar definierten Formel, die an die Inflation gekoppelt ist. Konkret entspricht die Erhöhung der Inflationsrate minus 0,4 Prozentpunkte, mit einem gewissen Anpassungsspielraum. Dieses Mechanismus soll die langfristige finanzielle Stabilität des Systems sichern.
Wenn die Inflation nachlässt oder die finanzielle Lage es erfordert, kann die Erhöhung begrenzt oder vollständig ausgesetzt werden. Genau das ist bei der erwarteten Anpassung Ende 2025 eingetreten. Die zugrunde liegenden Regeln erklären, warum im Jahr 2026 keine Erhöhung sichtbar ist – obwohl viele Rentner die gestiegenen Lebenshaltungskosten im Alltag deutlich spüren.
Eine kaum beachtete gute Nachricht: Der Solidaritätsabzug von 10 % wurde abgeschafft
Mit der Reform aus dem Tarifvertrag vom Oktober 2023 wurde der sogenannte Solidaritätskoeffizient von 10 % abgeschafft. Dieses Instrument hatte über drei Jahre hinweg die Zusatzrente vieler Rentner reduziert, die direkt ab dem gesetzlichen Rentenalter in Rente gingen. Seine Streichung verbessert unmittelbar den ausgezahlten Betrag für die betroffenen Neurentner.
Diese Maßnahme betrifft vor allem Personen, die kürzlich im Privatsektor in Rente gegangen sind. Sie gilt als eine der bedeutendsten Änderungen des Rentensystems der letzten Jahre. Auch wenn nicht alle aktuellen Rentner davon profitieren, federt sie das Ausbleiben der Punktwerterhöhung teilweise ab. Im Jahr 2026 ist diese Neuregelung in der breiten Öffentlichkeit allerdings noch wenig bekannt.
Eine mögliche Erhöhung im November 2026 – doch nichts ist sicher
Der nächste mögliche Anpassungstermin ist nach wie vor der 1. November 2026. Wie jedes Jahr hängt die Entscheidung von der Inflationsentwicklung und der finanziellen Lage des Rentensystems ab. Eine automatische Erhöhung ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht vorgesehen.
Die Steuerung von Agirc-Arrco basiert auf einem Abkommen zwischen Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden. Jede jährliche Anpassung ist daher das Ergebnis einer spezifischen Verhandlung. Eine Erhöhung bleibt möglich, sofern die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen es zulassen. Bis dahin dürften die Zusatzrenten noch mehrere Monate lang stabil bleiben.












