Ab dem 15. April: Das entscheidende Zeitfenster zum Fangen der asiatischen Hornissenkönigin
Der Frühling erwacht, die Bienen nehmen ihren Betrieb wieder auf – und ein ungebetener Gast meldet sich zurück: die asiatische Hornisse. Zwischen Mitte April und Ende Mai kann eine einzige Maßnahme im Garten die Entstehung ganzer Völker verhindern. Denn wer jetzt tief in der Sonne fliegt, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Gründungskönigin, die Unterschlupf und Zucker sucht.
Ein ausgewachsenes Volk kann bis zu 3.000 Hornissen umfassen und innerhalb weniger Monate rund 11 Kilogramm Insekten vertilgen. Das Zeitfenster ist knapp – wer es verpasst, hat die Chance bis zum nächsten Frühjahr vergeben.
Empfehlungen von FNOSAD und Forschern des INRAE sprechen sich für ein gezieltes Fangen genau zwischen Mitte April und Ende Mai aus. Zu diesem Zeitpunkt agiert die Königin noch allein, ohne Arbeiterinnen an ihrer Seite. Wer eine Gründerin jetzt abfängt, neutralisiert damit das gesamte Sommernest im Keim.
Vespa velutina gezielt fangen: Das selektive Protokoll im Detail
Bauen Sie sich eine Flaschenfalles aus einer zerschnittenen Plastikflasche: Der Flaschenhals wird umgekehrt wie eine Reuse eingesetzt und mit Klebeband gesichert. Bohren Sie seitlich Löcher mit einem Durchmesser von genau 5,5 mm – so können kleine, nicht anvisierte Insekten wieder entkommen.
Der Köder besteht aus: je einem Drittel Dunkelbier, Weißwein und Johannisbeer- oder Granatapfelsirup. Der Weißwein enthält Alkohol und Sulfite, die Bienen abschrecken, während sie Königinnen der Art Vespa velutina zuverlässig anlocken.
Hängen Sie die Flasche in etwa 1,50 m Höhe auf, in der Morgensonne, nahe einem Komposthaufen, einem Baum oder einem blühenden Strauch. Wechseln Sie den Köder alle zwei Wochen und lassen Sie ein oder zwei tote Hornissen im Inneren – ihr Geruch lockt weitere Gründerinnen an. Ein kleines, getränktes Schwammstück am Boden sorgt dafür, dass sich die Königinnen festsetzen und nicht entkommen.
Die entscheidende Rechnung: 1 gefangene Königin = 1 Nest weniger im Sommer
Im Frühling gibt es noch keine Arbeiterinnen rund um die Primärnester – alles hängt von der Gründerin ab. Wird sie neutralisiert, bevor sie ihre erste Generation aufgezogen hat, bricht der gesamte Zyklus zusammen. Das Primärnest stirbt ab. Das ist der eigentliche Wert des April-Mai-Fensters: Eine einzige gefangene Königin entspricht ganz konkret einem verhinderten Nest.
Ein eindrucksvolles Praxisbeispiel: In einer Wohnsiedlung, in der Feuerwehrleute im Vorjahr vier Sekundärnester zerstört hatten, koordinierten Anwohner ab dem 15. April das Aufstellen selektiver Fallen in jedem Garten. Innerhalb weniger Wochen wurden rund ein Dutzend Gründerinnen gefangen. Das Ergebnis: Im gesamten folgenden Sommer wurde kein einziges Nest gemeldet. Nachbarschaftliches Handeln zur gleichen Zeit macht den Unterschied.
Wo und wie lange sollten Sie Fallen aufstellen, ohne die Artenvielfalt zu gefährden?
Die sinnvolle Fangsaison beschränkt sich strikt auf Mitte April bis Ende Mai. Danach fängt man überwiegend Arbeiterinnen und deutlich mehr Nicht-Zielinsekten – die Fallen sollten dann unbedingt entfernt werden. Diese Frühjahrsmethode ergänzt die professionelle Nestsuche und -zerstörung durch ausgebildete Teams, ersetzt sie aber nicht.
Auch die europäische Hornisse ist nicht das Ziel: Die 5,5-mm-Öffnungen und die Weißwein-Rezeptur verbessern die Selektivität erheblich und schonen viele Bestäuber. Wählen Sie als Standort Stellen mit hohem Zuckerdurchgang: Kompost, Hecken, blühende Sträucher, Obstbäume und die Umgebung ehemaliger Nester. Halten Sie Abstand zu Bienenstöcken.
Die ideale Kombination: Schulterhöhe, leichter Nachmittagsschatten und eine Falle pro Garten. Koordinieren Sie sich mit Nachbarn in der Straße oder Wohnanlage – gebündelte Aktionen im selben Zeitraum verstärken den Effekt erheblich. Das Fenster ist klar: Mitte April bis Ende Mai, dann konsequenter Abbau.












