Die geheime Zahl auf dem Etikett: Wenn der Code Ihrer Frucht mit dieser Ziffer beginnt, legen Sie sie zurück

PLU-Codes bei Obst und Gemüse: Die eine Ziffer, die alles verändert

Wie oft haben Sie diesen kleinen Aufkleber gedankenlos abgerissen? Das wäre ein Fehler – denn dieser winzige Code erzählt die Geschichte Ihrer Frucht. Eine einzige Ziffer an erster Stelle verändert alles. Im Regal genügen fünf Sekunden, um Ihre Entscheidung in Richtung mehr oder weniger Rückstände zu lenken. Klingt überraschend? Ist es auch.

Dieser Code heißt PLU-Code – kurz für Price Look-Up – und wird weltweit von der IFPS standardisiert. Es gibt mehr als 1.400 solcher Codes. In Deutschland sowie auf europäischer Ebene ist die Kennzeichnung von Herkunft und Anbauweise gesetzlich vorgeschrieben. Und das entscheidende Merkmal steckt in der ersten Ziffer.

4 Ziffern oder 5 Ziffern auf dem Etikett: Worauf Sie achten sollten

Die Regel ist denkbar einfach. Ein Code mit 4 Ziffern – meistens beginnend mit 3 oder 4 – weist auf konventionellen Anbau hin, bei dem synthetische Düngemittel und Pestizide zum Einsatz kommen können. Ein 5-stelliger Code, der mit einer 9 beginnt, kennzeichnet Obst aus biologischem Anbau.

Historisch gesehen stand ein 5-stelliger Code mit einer führenden 8 für gentechnisch veränderte Produkte. Die IFPS hat diese Nummernreihe jedoch neu vergeben, da GVO-Produkte im Direktverkauf kaum noch vorkommen. Ein praktisches Beispiel: Eine Gala-Apfel mit dem Code 4139 ist konventionell angebaut, während ihr Nachbar mit dem Code 94139 aus biologischem Anbau stammt. Wer die Pestizidbelastung minimieren möchte, legt den 4-stelligen Code zurück. So einfach ist das.

Der Schnell-Check im Supermarkt: 4 Schritte zur richtigen Wahl

Möchten Sie sich beim nächsten Einkauf einen nützlichen Reflex aneignen? Mit diesem Schnellprotokoll lesen Sie PLU-Codes ohne Zögern.

  • Schritt 1: Suchen Sie den Aufkleber auf der Frucht – er findet sich häufig auf Äpfeln, Bananen, Kiwis oder Avocados.
  • Schritt 2: Zählen Sie die Gesamtzahl der Ziffern. Bei 4 Ziffern sollten Sie die Frucht zurücklegen, wenn Sie eine möglichst pestizidfreie Ernährung anstreben.
  • Schritt 3: Achten Sie auf eine 9 an erster Stelle bei einem 5-stelligen Code. Das bedeutet: Bio-Produkt – auch ganz ohne Verpackungsaufdruck.
  • Schritt 4: Lesen Sie die Herkunftsangabe, die verpflichtend neben dem Preis ausgewiesen sein muss, und beziehen Sie diese in Ihre Kaufentscheidung ein.

Keine Sorge, falls Sie einmal versehentlich ein Stückchen Aufkleber mitessen: Die verwendeten Materialien entsprechen lebensmittelechten Qualitätsanforderungen. Um hartnäckige Klebereste vor dem Essen zu entfernen, reiben Sie die Stelle mit einem Tropfen Olivenöl auf einem Küchentuch ab und spülen Sie anschließend mit klarem Wasser nach. Schnell und wirkungsvoll.

PLU, IFPS und Kennzeichnungspflicht: Was Sie im Regal noch prüfen sollten

Diese Nummern geben Aufschluss über die Anbauweise, ersetzen jedoch keine gesetzlichen Pflichtangaben. Die Herkunft des Produkts muss klar in der Nähe des Preises ausgewiesen sein – eine Information, die in Deutschland entsprechend kontrolliert wird. Wer Code, Saison und Herkunftsland kombiniert, trifft Kaufentscheidungen, die wirklich zu den eigenen Prioritäten passen.

Ein hartnäckiges Missverständnis sollte dabei ausgeräumt werden: Das Präfix 8 wurde zwar ursprünglich für GVO vorgesehen, ist aber inzwischen neu belegt. Es ist also kein automatisches Signal für gentechnisch veränderte Ware im Supermarkt. Verlassen Sie sich deshalb in erster Linie auf die Struktur des Codes und die erste Ziffer. Fehlt der Aufkleber einmal, hilft die Preisauszeichnung mit Herkunftsangabe weiter – oder einfach der Blick zum Marktstand-Personal. Die Information ist immer irgendwo vorhanden.

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