Geheimzahl der Bankkarte: Warum Sie möglicherweise in Gefahr sind
Kontaktloses Bezahlen ist längst selbstverständlich, Biometrie hat auf unseren Smartphones Einzug gehalten – doch der eigentliche Schutzwall bleibt Ihre Bankkarten-PIN. Eine umfangreiche Studie, die 29 Millionen PIN-Codes unter die Lupe genommen hat, deckt schonungslos auf, wie vorhersehbar wir dabei vorgehen. Den Daten zufolge hat ein Dieb eine Chance von eins zu acht, die richtige Kombination in nur drei Versuchen zu erraten. Auch im Jahr 2026 bleibt die physische Karte für Barabhebungen und Beträge oberhalb der kontaktlosen Limits unverzichtbar.
Die Konzentration auf bestimmte Zahlenfolgen ist erschreckend hoch: Die 10 häufigsten Kombinationen decken weltweit rund 26,8 % aller verwendeten Codes ab. Allein im ersten Halbjahr 2025 wurden in Frankreich Kartenbetrugsschäden in Höhe von 211 Millionen Euro verzeichnet. All das deutet auf eine hartnäckige Schwachstelle hin: gestohlene Karten kombiniert mit einer viel zu leicht erratbaren PIN. Ein einfach entwendetes Portemonnaie kann dann bereits genügen. Ist Ihr Code dabei?
Schwarze Liste: Diese PIN-Codes sollten Sie sofort ändern
Sie tauchen in Studien und bei Sicherheitsforschern immer wieder auf – diese Kombinationen sind ein absolutes No-Go. Wenn eine davon Ihre aktuelle PIN ist, ändern Sie sie unverzüglich. Gemeinsam machen diese Zahlenfolgen einen unverhältnismäßig großen Anteil aller weltweit genutzten Codes aus.
- 1234
- 1111
- 0000
- 1212
- 7777
- 1004
- 2000
- 4444
- 2222
- 6969
Ebenfalls zu vermeiden: Geburtsjahre sind unter den häufig genutzten PINs stark überrepräsentiert – besonders Jahreszahlen wie 1986, 1989 oder beliebige Jahre der 1990er-Dekade. Auch Geburtstagsdaten im Format Tag + Monat sind beliebt und damit gefährlich. „Die Verwendung eines Geburtsjahres als PIN ist ein Geschenk an Betrüger, denn es ist die erste Kombination, die nach einem Taschendiebstahl ausprobiert wird", warnt ein Cybersicherheitsexperte. Kombinationen im Format TTMM oder MMTT fallen in wenigen Versuchen. Lassen Sie Ihr Alter oder Ihren Kalender nicht zu Ihrem Verräter werden.
Warum diese Zahlen so leicht zu erraten sind – und was Sie riskieren
Unser Gedächtnis liebt das Offensichtliche: Zahlenfolgen wie 1234 oder 1212, Wiederholungen wie 1111 oder 2222 sowie optische Muster auf dem Tastenfeld. Wir vereinfachen, um uns zu erinnern, und greifen auf vertraute Strukturen zurück. Diebe kennen diese Automatismen genau und testen sie zuerst. Sogar geradlinige Tastaturmuster sind riskant – etwa die mittlere Spalte 2-5-8-0. Ein Code, der eine erkennbare Figur auf dem Ziffernfeld zeichnet, lässt sich blitzschnell merken – und genauso schnell knacken.
Dazu kommt ein rechtliches Risiko: Ist Ihre PIN allzu offensichtlich, kann Ihre Bank im Fall eines am Terminal bestätigten Betrugsabzugs grobe Fahrlässigkeit geltend machen. Die Folge ist eine äußerst unsichere Erstattungslage – manchmal wird die Rückzahlung sogar komplett verweigert. Banken haben ihre Kunden bereits mehrfach darauf hingewiesen, besonders wenn der Code ein Datum oder eine Wiederholungsfolge war. Vorsorgen ist besser, als monatelang um eine Rückerstattung zu kämpfen.
Ihre Bankkarten-PIN ändern: Schritt für Schritt erklärt
Der klassische Weg ist unkompliziert. Gehen Sie zu einer Filiale oder einem Geldautomaten Ihres Netzwerks, stecken Sie die Karte ein, rufen Sie das Menü „Kartenservices" oder „PIN personalisieren" auf, geben Sie den alten und dann den neuen Code ein und bestätigen Sie zweimal. Der Vorgang ist sofort wirksam. Falls der Automat diese Option nicht anbietet, kann das Personal in Ihrer Filiale die Änderung veranlassen. Die Funktionsweise Ihrer Karte bleibt davon unberührt.
Noch schneller geht es über die Mobile-App vieler Banken – der Wechsel ist dort mit wenigen gesicherten Bestätigungsschritten im Handumdrehen erledigt. Wählen Sie für Ihre neue Kombination Ziffern ohne erkennbare Logik, vermeiden Sie Wiederholungen und verzichten Sie auf sichtbare Muster – insbesondere auf die Sequenz 2-5-8-0. Kurz gesagt: ein Code, der weder einem Datum, noch einem Tastaturmuster, noch irgendetwas mit Ihnen zu tun hat.












