Mitte April im Gemüsegarten: Der entscheidende Schritt für den Chicorée-Anbau
Der 15. April rückt schnell näher. Wer im Winter knackig-weißen Chicorée aus dem eigenen Garten ernten möchte, muss jetzt handeln. Die gute Nachricht: Teures Zubehör oder stundenlange Arbeit sind nicht nötig. Mit ein paar gezielten Handgriffen zum richtigen Zeitpunkt lassen sich kiloweise Chicorée quasi kostenlos erzielen.
Der Anbau von Chicorée – auch bekannt als Witloof-Zichorie – verläuft in zwei Phasen und hängt maßgeblich von der Bodenqualität im Frühjahr ab. Fachleute der Gartenkultur betonen, dass eine erfolgreiche Winterernte bereits im April vorbereitet wird, noch vor der eigentlichen Aussaat. Wo lauern die typischen Fehler – und wie vermeidet man sie?
Witloof-Zichorie: Kalender, Pfahlwurzel und 30 cm Tiefe
Je nach Region und Sorte wird Witloof-Zichorie von April bis Juni, manchmal sogar bis August gesät. Wer etwa Mitte Mai säen möchte, beginnt rund einen Monat vorher mit der Bodenvorbereitung – also ungefähr am 15. April. Das Ziel ist klar: Den Boden durchgehend auf mindestens 30 cm Tiefe auflockern, damit die Pfahlwurzel gerade nach unten wachsen kann. Diese Wurzel, die den gesamten Sommer heranreift, liefert beim winterlichen Treiben schließlich den Chicorée.
Verdichteter, steiniger oder zu spät bearbeiteter Boden zwingt die Wurzel zum Abzweigen und Gabeln. Das Ergebnis im November: verzweigte Wurzeln, magere Sprossen. Ein weiterer häufiger Fehler ist das Einarbeiten von stickstoffreichem Material im Frühjahr. Frischer Mist verbrennt die feinen Wurzelhärchen und verformt die Wurzel. Wer im Juni schnell umgräbt, handelsüblichen Blumenerde untermischt und sofort sät, erlebt fast immer eine Enttäuschung.
Schritt für Schritt am 15. April: Gelockerter, sauberer Boden – ohne frischen Stickstoff
Markieren Sie Ihr Beet und lockern Sie den Boden tiefgründig mit einer Grabgabel oder einem Tiefenlockerer. Stechen Sie die Zinken etwa 30 cm tief ein und heben Sie die Erde an, ohne die Bodenschichten umzuwenden – so bleibt das Bodenleben erhalten. Dieses gleichmäßig lockere Profil auf 30 cm Tiefe ist die Grundvoraussetzung dafür, dass die Pfahlwurzel geradeaus wächst, ohne auf harte Schichten oder Strukturbrüche zu treffen.
Zerkleinern Sie Erdklumpen an der Oberfläche gründlich mit einer Hacke und entfernen Sie sorgfältig Steine sowie Wurzeln von Beikräutern. Verzichten Sie komplett auf Stickstoffdünger. Ist der Boden sehr nährstoffarm, genügt eine dünne Schicht reifen Komposts von mehr als einem Jahr, die ganz oberflächlich eingearbeitet wird. Planieren Sie das Beet anschließend und lassen Sie den Boden bis Mitte Mai ruhen. Diese Ruhephase stabilisiert die Struktur und sorgt für eine gleichmäßige Aussaat und einen einheitlichen Aufgang.
Ist Ihr Boden bereit für die Chicorée-Aussaat?
Prüfen Sie die Bodenreife mit dem Ballenwurftest: Nehmen Sie eine Handvoll Erde und drücken Sie sie zusammen. Bleibt ein fester Klumpen, der sich beim Berühren nicht zerbröckelt, ist der Boden noch zu nass und schwer. Warten Sie einige sonnige Tage, dann wiederholen Sie den Test. Nassen Boden zu bearbeiten verdichtet ihn sofort wieder und verhindert das Tiefenwachstum der Wurzel. Geduld zahlt sich hier mehr aus als überstürztes Handeln.
Sobald das Beet bereit ist, planen Sie die weiteren Schritte. Säen Sie in Reihen mit einem Abstand von 25 bis 30 cm, bedecken Sie die Samen etwa 1 cm tief und vereinzeln Sie später auf 10–15 cm Abstand in der Reihe. Halten Sie die Erde bis zum Keimen gleichmäßig feucht. Im Herbst ziehen Sie die Wurzeln heraus, schneiden das Laub ab und starten das Treiben von Dezember bis März – im Dunkeln bei idealerweise 15–20 °C. Nach 3 bis 5 Wochen können Sie die Sprossen ernten. Beobachten Sie in der Fruchtfolge außerdem die Chicoréefliege sowie Erdraupen, um das Beet im nächsten Jahr zu schützen.












