Was verrät Ihr runder Bauch über dieses wenig bekannte Wechseljahressymptom?

Runder Bauch in den Wechseljahren: Steckt wirklich nur Fett dahinter?

Kennen Sie das Gefühl? Um die 50 verändert sich die Körpermitte – obwohl sich an den Gewohnheiten kaum etwas geändert hat. In Frankreich liegt das Durchschnittsalter der Menopause bei etwa 50 Jahren, und genau in dieser Phase verschiebt sich die Silhouette spürbar. Sowohl Gynäkologen als auch Experten der Beckenbodenrehabilitation betonen, dass diese Veränderungen weit über eine simple Gewichtszunahme hinausgehen. Es ist also keine Frage der Kalorien oder der Disziplin.

Die üblichen Verdächtigen sind bekannt: Umverteilung von Körperfett, altersbedingter Muskelschwund, Stress und Cortisol sowie ein empfindliches Darmmikrobiom mit Blähungen. Der Bauch kann also durch Fetteinlagerung, Luft oder Wassereinlagerung runder werden – manchmal durch alle drei gleichzeitig. Doch ein plötzlich weicher, voller Bauch bedeutet nicht zwingend Fett oder Gase. Was, wenn die eigentliche Ursache woanders liegt?

Wechseljahre und Beckenboden: Der Mechanismus hinter dem runden Bauch

Mit dem Abfall des Östrogenspiegels in den Wechseljahren nimmt auch der Kollagen- und Elastingehalt im Bindegewebe deutlich ab. Die Linea alba – jene Sehne, die die vertikalen Bauchmuskeln verbindet – erschlafft, und die Bauchwand verliert ihre stützende Funktion. Gleichzeitig büßt der Beckenboden an Tonus ein, sodass die inneren Organe nach vorne drücken. Das sichtbare Ergebnis: ein stärker gewölbter Bauch, der kaum auf Diäten oder klassische Bauchübungen reagiert.

Dieses Bild entspricht häufig einem Rektusdiastase – einer dauerhaften Spreizung der geraden Bauchmuskeln beiderseits der Linea alba. Von einer Rektusdiastase spricht man ab einer Lücke von 2 bis 2,5 Zentimetern, also mehr als zwei Fingerbreiten. Mit Mitte fünfzig kann eine bereits bestehende Rektusdiastase durch den Hormonabfall erstmals deutlich sichtbar werden. In uro-gynäkologischen Fachkliniken wurden bei Frauen um die 55 Jahre in rund 50 Prozent der Fälle entsprechende Befunde festgestellt.

Rektusdiastase nach 50: So erkennen und behandeln Sie sie sicher

Ein einfacher Selbsttest kann erste Hinweise liefern – ersetzt aber keine professionelle Diagnose. Legen Sie sich auf den Rücken, Knie angewinkelt, Füße flach auf dem Boden. Legen Sie zwei Finger knapp oberhalb und auf Höhe des Nabels. Heben Sie beim langen Ausatmen langsam Kopf und Schultern an – wie bei einem Mini-Crunch – und spüren Sie unter Ihren Fingern: Sinken sie in eine weiche Vertiefung ein und übersteigt der Abstand zwei Fingerbreiten, sollten Sie eine ausgebildete Fachkraft aufsuchen.

Vermeiden Sie Übungen wie Crunches, die den intraabdominalen Druck erhöhen und die Organe nach unten drängen. Ein anschauliches Beispiel: Eine 52-jährige Patientin, die regelmäßig Crunches macht, bemerkt einen stärker hervorstehenden Bauch und Belastungsinkontinenz. Besser geeignet ist das Trainieren des Querbauchmuskels – etwa mit dem sogenannten Stomach Vacuum: Atmen Sie auf nüchternen Magen vollständig aus, tun Sie so, als würden Sie einatmen, ohne tatsächlich Luft einzulassen, und lassen Sie den Bauch unter den Rippenbogen ziehen. Halten Sie diese Position 10 Sekunden. Begleiten Sie dieses Training unbedingt durch eine professionelle Beckenbodenrehabilitation.

Runder Bauch, Rektusdiastase oder Blähungen: Wann zum Arzt in den Wechseljahren?

Runder Bauch, Schweregefühl im Becken, starker Harndrang oder Blasenschwäche bei körperlicher Belastung – wenn diese Zeichen anhalten, ist eine gründliche Untersuchung unerlässlich. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Gynäkologen, der zunächst verdauungsbedingte oder gynäkologische Ursachen ausschließen und Sie bei Bedarf an eine Beckenbodentherapeutin überweisen kann. Bei ungewöhnlichen Schmerzen, abnormen Blutungen, unerklärlichem Gewichtsverlust oder plötzlichen Körperformveränderungen sollten Sie umgehend einen Arzt aufsuchen.

Hinter einem runden Bauch in den Wechseljahren kann vieles stecken: Fetteinlagerung, Blähungen – oder eine messbare Rektusdiastase von mehr als 2 bis 2,5 cm. Es geht dabei nicht um Ästhetik, sondern um die Stabilität Ihrer gesamten Bauch-Becken-Region. Den Quermuskel sanft kräftigen, den Beckenboden schützen, alltägliche Bewegungsmuster korrigieren: Das ist ein konkreter, umsetzbarer Plan. Alles Weitere entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer medizinischen Fachkraft – ohne Hast.

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