Lebensmittel, die asiatische Hornissen in den Garten locken: Der typische Fehler zu Saisonbeginn
Die ersten Sonnenstrahlen, der gedeckte Tisch draußen, ein ausgedehntes Feierabendbier – die Szene kennt jeder. Man genießt den Abend, plaudert, und die Reste bleiben eben bis zum nächsten Morgen stehen. Was dabei kaum jemand bedenkt: Das milde Wetter weckt gleichzeitig einen hartnäckigen Besucher – die asiatische Hornisse. Bestimmte Gerüche im Garten wirken auf sie wie ein Magnet, ganz ohne dass man es bemerkt.
Sobald sich die Temperaturen erwärmen, erwachen die Königinnen aus ihrer Winterruhe und suchen ganz gezielt nach einer Kombination: schnell verfügbare Energie und Ressourcen für die Brut. Mit anderen Worten – Kohlenhydrate und Proteine am selben Ort. Wer das im Frühling ignoriert, öffnet ungewollt die Tür für regelmäßige Besuche. Der richtige Zeitpunkt macht dabei den entscheidenden Unterschied.
Warum wirken diese Lebensmittel als Magnet auf Vespa velutina?
Sobald das Thermometer etwa 13 °C überschreitet, verlässt die Königin der Vespa velutina nigrithorax ihre Kältestarre – geschwächt und erschöpft. Beobachtungen zeigen eindeutig: Sie muss ihre Energiereserven auffüllen und ihre erste Brut innerhalb von 48 bis 72 Stunden anlegen. Zucker zum Fliegen und Erkunden, Fleisch zur Ernährung der frisch geschlüpften Larven – wer ihr beides gleichzeitig anbietet, hat ein ernstes Problem.
Im sogenannten „Überlebensmodus" folgt die Königin vor allem ihrem Geruchssinn. Süße, vergorene oder fleischige Ausdünstungen bilden eine Duftspur, die sie direkt zur Terrasse führt. Bleiben diese Signale Tag für Tag bestehen, kehrt sie immer wieder zurück – bald gefolgt von ihren ersten Arbeiterinnen. Der Ort wird dann gewissermaßen zum offiziellen Lieferanten der entstehenden Kolonie.
Die häufigsten Ernährungsfehler im Garten und auf der Terrasse
Der mit Abstand häufigste Fehler: der ungereinigte Grillrost. Eingebrannte Fette, karamellisierter Fleischsaft, anhaftende Reste von Würstchen oder Fisch – das alles entspricht frei verfügbaren Proteinen. Genauso gefährlich ist im Freien stehengelassenes Tierfutter für Hund oder Katze: ein direkter und wirkungsvoller Anziehungspunkt. Auch Knochen, Fleischreste oder fettige Verpackungen, die offen herumliegen, senden Duftsignale, die eine Königin aus weiter Entfernung wahrnehmen kann.
Auf der süßen Seite: Überreife Früchte und vom Baum gefallenes Obst verströmen vergorene Aromen, die extrem anziehend wirken. Verschüttete Süßgetränke und Alkohol – Limonaden, Säfte, Sirupe, Wein oder Bier – verstärken diesen Effekt noch. Nicht zu unterschätzen sind außerdem schlecht verschlossene Mülltonnen und Kompostbehälter, die süße und fleischige Zersetzungsgerüche vereinen. Zusammen verwandeln sie den Außenbereich in ein Selbstbedienungsrestaurant – besonders nach einem geselligen Wochenende.
Wie verhindert man, asiatische Hornissen im Frühling anzulocken?
Ein einfaches Ritual hilft enorm: Nach dem Grillen und sobald der Rost abgekühlt ist, abkratzen, abspülen und anschließend mit einem Gemisch aus Wasser und weißem Essig einsprühen – das neutralisiert die Gerüche zuverlässig. Fallen Sie Obst täglich auf und entfernen Sie es. Halten Sie Abfalleimer und Küchenschrott vom Essbereich fern und verschließen Sie Mülltonnen sowie Kompostbehälter luftdicht.
Gehen Sie außerdem die Tierfutternäpfe konsequent an: Draußen sollte Nassfutter nicht länger als eine Stunde stehen bleiben. Spülen Sie während und nach dem Aperitif Gläser, Flaschen und Karaffen gründlich aus – auch kleine vergessene Pfützen zählen. Kurz gesagt: Entfernen Sie alles, was Zucker oder Fleischgeruch in die Luft abgibt, so schnell wie möglich. Ein Garten ohne „Büfettangebot" unterbricht die Duftspur genau dann, wenn jede Königin auf der Suche nach ihrem zukünftigen Hauptquartier ist.












