Ab 13 Grad… Das Signal der Natur, um mit der Jagd auf die Asiatische Hornisse zu beginnen

Asiatische Hornisse und 13 °C: Das Zeichen, das Sie nicht verpassen sollten

Die ersten milden Tage kommen, Kamelien öffnen sich, Bienen tasten sich in die Luft. Im Schatten eines Holzstapels erwacht eine Königin der Vespa velutina nigrithorax aus ihrem Winterschlaf. Alles hängt an einem einzigen meteorologischen Schwellenwert, den jeder zu Hause beobachten kann. Weder Imker noch Wetterfachmann muss man dafür sein. Dieses Signal öffnet ein kurzes, aber entscheidendes Zeitfenster.

Phänologische Daten zeigen, dass die Aktivität der Gründerinnen am Ende des Winters einer präzisen thermischen Uhr folgt. Sobald sich die Lufttemperatur über mehrere Tage hinweg auf einem milden Niveau stabilisiert, endet die Winterruhe. Die Gründungskönigin startet in ihre Saison. Je nach Jahr und Region geschieht das zwischen Ende Februar und Anfang März. Der Auslöser ist unauffällig – aber weitreichend.

Warum 13 °C den gesamten Lebenszyklus der Asiatischen Hornisse verändern

Als wechselwarmes Insekt richtet die Asiatische Hornisse ihren Stoffwechsel vollständig nach der Umgebungstemperatur aus. Hält sich die Temperatur mehrere Tage lang über 13 °C, erwärmt sich die Hämolymphe und die Diapause endet. Die Königin verlässt ihr Versteck, sucht Zucker zur Wiederauffüllung ihrer Reserven und beginnt allein mit dem Bau eines Primärnestes. Das ist der verletzlichste Moment des gesamten Jahres. Eine einzige Gründerin, die überlebt, kann ein Volk von rund 5.000 Tieren aufbauen – und mehr als 11 Kilogramm Insekten in einer Saison konsumieren.

Ende März dreht sich das Blatt: Die ersten Arbeiterinnen schlüpfen, versorgen und verteidigen das Nest. Wer wartet, bis er Hornissen im Garten sieht – oft erst im Mai – greift in der Regel zu spät ein. Die Königinnen haben längst gebaut, das Volk wächst bereits. Das vorbeugende Fangen verliert dann den Großteil seiner Wirkung. Genau deshalb wirkt der Schwellenwert von 13 °C wie ein echter Startschuss.

Wann genau sollte man mit dem Frühjahrsfang beginnen?

Sobald die Wettervorhersage für 1 bis 3 aufeinanderfolgende Tage Nachmittagstemperaturen zwischen 12 und 13 °C ankündigt, befinden Sie sich im richtigen Zeitfenster. Behalten Sie diesen Zeitraum ab Mitte Februar im Blick – im Süden früher, im Norden etwas später. Fällt die Temperatur dauerhaft wieder ab, entfernen Sie den Köder und warten Sie auf die nächste Wärmephase.

Wer kein Thermometer zur Hand hat, kann auch auf natürliche Zeiger achten: blühende Kamelien, Mahonien und frühe Zierkirschen sowie Bienen, die vorsichtig ins Freie wagen. Platzieren Sie Fallen bevorzugt an wärmeabsorbierenden Stellen – nach Süden ausgerichtete Mauern, Geräteschuppen, Holzstapel und dichte Hecken. Visieren Sie außerdem frühe Zucker- und Wasserquellen im Garten an, in einer Höhe von 1 bis 2 Metern, mit Morgensonne und wenig Betrieb. Diese Stellen erkunden hungrige Gründerinnen direkt nach dem Winterschlaf. Die richtige Platzierung ist genauso wichtig wie der richtige Zeitpunkt – beide zusammen machen den Unterschied im März und April.

Fangen ohne Nützlinge zu schädigen: So geht es richtig

Setzen Sie auf selektives Frühjahrsfangen. Ein Fallenmodell mit kalibrierten Eingängen von rund 9 mm, einem separaten Köderraum und Ausgängen für kleinere Insekten reduziert ungewollte Beifänge erheblich. Als Köder bewährt hat sich folgende Hausmischung: je ein Drittel Bier, Weißwein und Sirup. Der Weißwein hält Honigbienen erfahrungsgemäß fern. Kontrollieren, leeren und sortieren Sie die Fallen regelmäßig. Stellen Sie den Betrieb spätestens Ende Mai ein, wenn Europäische Hornissen und Bestäuber in der Mehrheit sind.

Betten Sie Ihr Handeln stets in einen gemeinschaftlichen Rahmen ein. Kommunale Programme und Imkernetzwerke koordinieren Aufstellung, Flächenabdeckung und das Ende der Fangsaison. Melden Sie entdeckte Primärnester für eine schnelle Beseitigung, und im weiteren Saisonverlauf auch Sekundärnester. Teilen Sie Ihre Fangdaten für das lokale Monitoring. Wer früh auf die Gründerinnen zielt, verhindert auch das Ausschwärmen im Spätsommer – das bis zu 350 zukünftige Königinnen freisetzen kann.

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