Vergessen Sie die Gurke: Pflanzen Sie diese spektakuläre Kletterpflanze ab April für mühelose Ernten

Kiwano (Cucumis metuliferus): die tropische Kletterpflanze, die die Gurke vergessen lässt

Frühzeitige Hitzewellen, Wasserbeschränkungen, sich schnell ausbreitende Krankheiten – im Gemüsegarten gibt die Gurke oft auf. Gartenbauspezialisten beobachten deshalb ein wachsendes Interesse an robusteren, exotischen Sorten. Eine spektakuläre afrikanische Kletterpflanze am Rankgitter rückt dabei immer mehr in den Vordergrund.

Sie gehört zur Familie der Cucurbitaceen und scheint wie geschaffen für unsere turbulenten Sommer. Der Kiwano, auch bekannt als Cucumis metuliferus oder afrikanische Horngurke, stammt ursprünglich aus der Kalahari-Wüste. Seine orangefarbene, etwa 10 cm große Frucht verbirgt ein grünes, gallertartiges und sehr kernenreiches Fruchtfleisch – der Geschmack erinnert an Banane und Kiwi, mitunter auch an Gurke oder Himbeere.

Warum der Kiwano im Gemüsegarten die klassische Gurke übertrifft

Das dichte, leicht behaarte Laub bildet eine natürliche Barriere, die Echten Mehltau eindämmt. Außerdem zeigt sich die Pflanze gegenüber Falschem Mehltau deutlich widerstandsfähiger als herkömmliche Gurkensorten. Vorsicht ist dennoch geboten: In Israel wurden Befall-Fälle gemeldet, weshalb regelmäßige Kontrollen sinnvoll bleiben.

Ein weiterer Vorteil ist das tief reichende Pfahlwurzelsystem, das Feuchtigkeit aus tieferen Bodenschichten holt. In der Kalahari diente die wilde Frucht sogar als Wasserreserve. Was die Keimung betrifft: Sie gelingt am besten bei 20 bis 35 °C. Bei 12 °C verläuft sie sehr schleppend, über 35 °C wird sie gehemmt.

Kiwano anbauen: Aussaat ab April und die richtige Vorgehensweise

Die Anzucht ist unkompliziert. Füllen Sie Töpfe mit feiner Anzuchterde und säen Sie 2 bis 3 Samen pro Topf etwa 1 cm tief. Das Substrat gleichmäßig feucht halten, ohne es zu durchnässen. Je nach Temperatur und Licht zeigen sich die ersten Keimlinge nach 7 bis 10 Tagen. Behalten Sie anschließend nur den kräftigsten Setzling pro Topf – das verhindert Wurzelkonkurrenz und macht einen entscheidenden Unterschied.

Vor dem Auspflanzen den Boden mit reifem Kompost anreichern, denn die Pflanze hat einen hohen Bedarf an Stickstoff und Kalium. Bieten Sie ihr ein stabiles Rankgitter von mindestens 1,50 m Höhe und kürzen Sie die Haupttriebe oberhalb des dritten echten Blatts, um seitliche, fruchtreichere Triebe anzuregen. An einem Gitter bildet sie eine grüne Wand, die empfindlichere Kulturen darunter schützt. Rechnen Sie mit 10 bis 15 Früchten pro Pflanze, jede davon zwischen 200 und 300 g schwer.

Die Aussaat erfolgt ab April geschützt und warm im Haus. Umgepflanzt wird Mitte Mai, wenn keine Frostgefahr mehr besteht – am besten nach den Eisheiligen. Der ideale Standort ist sonnig, mit lockerem, gut durchlässigem Boden.

Ernte, Geschmack und Sicherheit des Kiwanos: Was Sie wissen sollten

Den richtigen Erntezeitpunkt erkennen Sie an der Farbe: Die Schale wechselt von Grün über Weißlich-Grün und Gelb bis hin zu leuchtendem Orange. Das Fruchtfleisch bleibt durchscheinend grün und ist von zahlreichen Kernen durchzogen. Roh mit einem Löffel genossen schmeckt er hervorragend – eignet sich aber ebenso für Desserts, Sorbet oder Marmelade. Auch in der herzhaften Küche macht er eine gute Figur, etwa in Vinaigrettes und leichten Soßen.

Was die Sicherheit angeht, gibt es eine beruhigende Botschaft: Wilde Formen können zwar stark bittere und giftige Cucurbitacine enthalten, doch für den Markt gezüchtete Kiwano-Sorten werden gezielt ohne diese Verbindungen selektiert. Keine Bitterkeit, keine bekannte Toxizität bei diesen Sorten. Als Bonus lässt sich die Pflanze auch auf dem Balkon in tiefen Töpfen mit Rankgitter kultivieren. Kurz gesagt: eine nützliche Besonderheit, die den ganzen Sommer für Sie arbeitet.

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