Der Wiedehopf ist zurück: Warum seine Rückkehr so fasziniert

Eine elegante Reisende, die jeden Frühling zurückkehrt

Der Wiedehopf (Upupa epops) ist ein echter Weltenbummler. Während wir Menschen noch über den nächsten Sommerurlaub nachdenken, verbringt dieser außergewöhnliche Vogel den Winter gemütlich im subsaharischen Afrika. Bereits Ende Februar macht er sich auf den Heimweg nach Europa – und kehrt dabei zuverlässig zu seinen Lieblingsplätzen zurück.

In Frankreich zählen die Provence, Okzitanien, Nouvelle-Aquitaine und das Rhônetal zu den bevorzugten Stationen seines Frühlingszugs. Genau dort findet er jene Brutplätze, die sein Vogelherz höherschlagen lassen – und die Herzen aufmerksamer Naturbeobachter gleich mit.

Ein Aussehen und eine Stimme, die niemanden kalt lassen

Stellen Sie sich einen Vogel vor, der in sattem Orange leuchtet, mit schwarz-weißen Streifen gemustert ist und eine ausladende, punkartige Federhaube trägt. Nein, das ist keine Modenschau – das ist der Wiedehopf in seiner ganzen Pracht. Verwechseln ist schlicht unmöglich.

Sein Charme beschränkt sich dabei keineswegs auf das Gefieder. Sein charakteristischer Ruf – ein mehrfach wiederholtes „hup-hup-hup" – erfüllt frühmorgendliche Frühlingstage und verrät seine Anwesenheit, noch bevor man ihn zu Gesicht bekommt. So auffällig wie melodisch gehört er zu den am leichtesten erkennbaren Vogelarten unserer Kulturlandschaft.

Den Wiedehopf in den Garten einladen: So geht's

Wer in einer Region lebt, die der Wiedehopf regelmäßig besucht, hat gute Chancen, ihn als Gast zu begrüßen. Allerdings braucht es ein wenig Einsatz. Dieser anspruchsvolle Vogel bevorzugt offene Landschaften, alte Obstgärten, baumreiche Parks und Weinberge.

Das bedeutet konkret: Legen Sie die Rasenmähertaste ruhiger an und lassen Sie gezielt Bereiche mit ungemaähtem Gras stehen. Genau dort sucht der Wiedehopf nach Beute und fühlt sich wohl.

  • Ungемähte Rasenbereiche im Garten stehen lassen.
  • Offene Wiesen oder Obstgärten bevorzugen und erhalten.
  • Auf den Einsatz von Pestiziden und Chemikalien vollständig verzichten.

Der Grund für diese Maßnahmen liegt auf der Hand: Der Wiedehopf ernährt sich fast ausschließlich von Insekten. Auf seinem Speiseplan stehen Käfer, Larven und Grillen, die er mit seinem langen, spitzen Schnabel geschickt aus dem Boden zieht. Je mehr Insekten in Ihrem Garten leben, desto größer die Chance, diesen gefiederten Gast direkt vor der Terrasse zu erleben.

Die perfekte Unterkunft für einen anspruchsvollen Gast

Wer vom Zusammenleben mit dem Wiedehopf träumt, sollte wissen: Dieser Vogel liebt geschützte Nistplätze. In der Natur bezieht er Baumhöhlen, Mauernisochen oder alte Steingebäude. Fehlen solche natürlichen Verstecke im eigenen Garten, schafft ein speziell gebautes Nistkasten Abhilfe:

  • Einflugloch mit einem Durchmesser von etwa 5 cm.
  • Anbringung in 2 bis 4 Metern Höhe, möglichst an einem ruhigen, unauffälligen Ort.

Ein letzter, wichtiger Hinweis: Stellen Sie in der Nähe eine flache Schale mit frischem Wasser auf. So kann der Wiedehopf trinken und sich erfrischen – und Ihr Garten steigt garantiert in seiner persönlichen Bestenliste nach oben.

Fazit: Der Wiedehopf fasziniert uns wohl deshalb so sehr, weil er den Frühling und eine lebendige, intakte Natur verkörpert. Wer ihm eine Chance geben möchte, muss lediglich seinem Garten etwas mehr Freiheit lassen – weniger Mäharbeit, keine Chemie, dafür mehr Leben. Sind Sie bereit, diesen fliegenden Juwel in aller Frühe zu beobachten? Ihr Garten wartet schon auf ihn – und Sie sicher auch.

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