SGGW untersucht die Ernährung polnischer Katzen: 65% der Halter machen einen gravierenden Fehler

Eine neue Studie beleuchtet, wie Polinnen und Polen ihre Katzen ernähren

Forscher der Warschauer Universität für Biowissenschaften (SGGW) haben sich einer Frage gewidmet, die viele Katzenbesitzer überraschen dürfte: Wie gut ernähren wir unsere Samtpfoten eigentlich wirklich? Die Ergebnisse sind aufschlussreich – und an manchen Stellen ziemlich ernüchternd.

Das Kernproblem liegt nicht etwa in mangelnder Fürsorge. Im Gegenteil: Viele Halter investieren viel Zeit und Geld in ihre Tiere. Dennoch unterlaufen 65 Prozent der befragten Katzenbesitzer ein und derselbe ernährungsbedingte Fehler – und das meist völlig unwissentlich.

Welcher Fehler ist so weit verbreitet?

Der häufigste Irrtum betrifft die Wasserversorgung. Katzen gelten von Natur aus als Tiere mit einem schwach ausgeprägten Durstgefühl – ein evolutionäres Erbe aus der Wüste. Wer ihnen ausschließlich Trockenfutter anbietet, riskiert eine chronische Dehydrierung, ohne dass das Tier deutliche Anzeichen zeigt.

Trockenfutter allein deckt den Flüssigkeitsbedarf einer Katze bei weitem nicht ab. Nassnahrung hingegen besteht zu einem großen Teil aus Wasser und unterstützt damit automatisch die Flüssigkeitszufuhr. Die Kombination beider Futterarten – oder der gezielte Wechsel zu Nassfutter – kann langfristig erhebliche gesundheitliche Vorteile bringen.

Was sagen die Wissenschaftler der SGGW dazu?

Die Forschungsgruppe betont, dass dieser Fehler keine Frage des Budgets oder der Sorgfalt ist. Viele Besitzer handeln schlicht nach veralteten Empfehlungen oder orientieren sich an Gewohnheiten, die aus der Hundehaltung übernommen wurden. Hunde und Katzen haben jedoch grundlegend unterschiedliche Ernährungsbedürfnisse.

Katzen sind obligate Karnivoren – sie sind auf tierisches Protein angewiesen und verarbeiten Kohlenhydrate deutlich schlechter als andere Haustiere. Ein zu hoher Getreideanteil im Futter kann deshalb ebenfalls problematisch sein, auch wenn er in der Studie als zweitrangiger Faktor eingestuft wurde.

Weitere häufige Ernährungsfehler im Überblick

  • Zu viele Leckerlis: Snacks machen oft einen unterschätzten Anteil der täglichen Kalorienzufuhr aus und können das Gewicht langfristig in die Höhe treiben.
  • Einheitliches Futter über Jahre: Abwechslung in der Nahrung kann helfen, Unverträglichkeiten und einseitige Mangelerscheinungen zu vermeiden.
  • Falsche Portionsgrößen: Viele Halter schätzen den tatsächlichen Kalorienbedarf ihrer Katze zu hoch ein – besonders bei kastrierten Tieren, die einen niedrigeren Energieverbrauch haben.
  • Menschliche Lebensmittel als Beilage: Speisen wie Zwiebeln, Knoblauch oder Milchprodukte sind für Katzen unverträglich oder sogar giftig.

Wie lässt sich die Ernährung konkret verbessern?

Der erste und einfachste Schritt ist die Einführung von Nassfutter – zumindest als Ergänzung zum täglichen Trockenfutter. Darüber hinaus empfehlen Tierernährungsexperten, regelmäßig die Zusammensetzung des verwendeten Futters zu prüfen und auf einen hohen Fleischanteil zu achten.

Zusätzliche Trinkquellen wie Katzenbrunnen können die Wasseraufnahme ebenfalls deutlich steigern, da viele Katzen fließendes Wasser gegenüber stehendem bevorzugen. Kleine Veränderungen in der Fütterungsroutine können also einen großen Unterschied für die Gesundheit des Tieres machen.

Fazit: Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht

Die SGGW-Studie zeigt eindrucksvoll, dass selbst engagierte Katzenhalter unbewusst Fehler machen, die die Gesundheit ihrer Tiere belasten können. Das Bewusstsein für artgerechte Ernährung wächst zwar – doch zwischen Wissen und Alltag klafft offenbar noch eine deutliche Lücke.

Wer seine Katze wirklich optimal versorgen möchte, sollte sich von einem Tierarzt oder spezialisierten Tierernährungsberater individuell beraten lassen. Denn jede Katze ist anders – und das gilt auch für ihren Speiseplan.

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