Hören Sie auf, Vögeln im April dieses Futter zu geben – es ist giftig für Nestlinge

Vögel im April füttern: Der häufige Fehler, der Nestlinge in Gefahr bringt

Viele Gartenbesitzer füllen ihre Futterhäuschen im April noch genauso wie mitten im Winter. Die Geste wirkt fürsorglich – Blaumeisen und Rotkehlchen beleben den Garten auf wunderbare Weise. Doch der Frühling verändert alles. Pflegestationen für Wildvögel und Experten der Vogelschutzorganisationen warnen eindringlich vor einem besonders beliebten Winterfutter, das zu dieser Jahreszeit das Leben der Jungvögel im Nest ernsthaft gefährdet. Mit steigenden Temperaturen wächst das Risiko noch weiter.

Wir befinden uns mitten in der Brutzeit, die je nach Art von März bis August andauert. Im April verlangen die ersten Nestlinge eine Nahrung, die reich an Wasser und tierischen Proteinen ist. Viele Altvögel werden durch die bequeme Verfügbarkeit von Futterhaus-Nahrung dazu verleitet, genau diese zu ihren Küken ins Nest zu bringen. Genau hier beginnen die Probleme.

Nestlinge im April: Verdauungsrisiken und gesundheitliche Gefahren

Laut Vogelschutzexperten sollte die Winterfütterung bereits ab Mitte März eingestellt werden, denn Nestlinge benötigen zu 100 Prozent weiche Insekten als Nahrung. Gesättigte Fette und Stärke aus typischem Winterfutter sind für ihr Verdauungssystem schlicht ungeeignet. Meisenknödel, die bei Frost so wertvoll sind, werden in dieser Zeit zum Problem.

„Die Nahrung während der Brutzeit sollte den Energiebedarf der Altvögel decken und gleichzeitig für die Küken ungefährlich sein, denn große Samen und Nüsse können gefährlich werden, wenn sie ins Nest gebracht werden. Sonnenblumenkerne ohne Schale, Mehlwürmer, Früchte wie Weintrauben und erdnussfreie Samenmischungen liefern Energie und Proteine, die Altvögel schnell und sicher sammeln und weitergeben können", erklärte Vogelernährungsexperte Richard Green gegenüber einem britischen Medienhaus.

Die Gefahr ist keineswegs nur theoretisch. „Erdnüsse können bei Nestlingen zu Erstickung führen, und fettige Nahrung wie Meisenknödel kann bei warmem Wetter schnell verderben – beides sollte in dieser Zeit unbedingt vermieden werden", fügte er hinzu. Trockenes Brot und salzige Küchenreste verschärfen das Risiko zusätzlich: Sie quellen im Kropf auf und führen zur Austrocknung. Ganze harte Samen oder ungemahlene Erdnüsse können sogar tödliche Verstopfungen verursachen.

Von Mitte März bis August: Was aus dem Garten verschwinden sollte

Die Empfehlung ist unmissverständlich: Ab Mitte März sollte die Fütterung eingestellt werden, damit die Natur wieder die Oberhand gewinnt. Im April gehören Meisenknödel und ganze Erdnüsse aus dem Garten entfernt – selbst wenn die Altvögel sie noch so gerne fressen. Nestlinge brauchen weiche Insekten, ausreichend Wasser und tierische Proteine, um Gefieder und Muskulatur richtig entwickeln zu können. Solange das Futter zugänglich bleibt, werden die Elterntiere ungeeignete Nahrung ins Nest tragen.

Um die Abhängigkeit der Vögel vom Futterhaus schrittweise zu verringern, sollte man die Futtermenge langsam reduzieren und die Silos dann wegräumen. Futterhäuschen sollten vor der Einlagerung gründlich gereinigt werden – die Aprilwärme begünstigt Schimmelbildung und Ranzigwerden. Bei einem kurzzeitigen Kälterückfall kann eine kleine Portion geschälter Sonnenblumenkerne oder Mehlwürmer helfen, diese sollte jedoch sofort wieder entfernt werden, sobald die Temperaturen steigen. Das klare Ziel: Altvögel sollen selbst auf Jagd gehen, nicht durch künstliches Futter davon abgehalten werden.

Was darf man im April stattdessen anbieten?

Wer den Vögeln dennoch helfen möchte, sollte ausschließlich Nahrung wählen, die mit der Brutzeit vereinbar ist: geschälte Sonnenblumenkerne, einige Mehlwürmer, kleine Früchte oder erdnussfreie Samenmischungen. Besonders wertvoll ist eine flache Vogeltränke – eine Tonschale mit 3 bis 4 cm sauberem Wasser, täglich frisch befüllt und an einem katzengeschützten Ort aufgestellt. Die beste Unterstützung, die man leisten kann, ist frisches Trinkwasser.

Ein erschreckendes Beispiel aus Vogelpflegestationen: Im Mai ließ ein Gartenbesitzer Brotkrümel und Talg-Knödel in der Nähe eines Meisennests liegen. Die eiligen Elternvögel verfütterten diese direkt an ihre Jungen. Die tierärztliche Untersuchung zeigte aufgequollenes Brot im Kropf, starke Austrocknung, verzögertes Wachstum – in einigen Fällen sogar den Tod der Nestlinge. Niemand handelte böswillig, es war schlicht der falsche Zeitpunkt. Eine Vogeltränke und ein naturnaher Garten können solche Tragödien verhindern.

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