Schlangen im Haus: Dieser alltägliche Geruch reicht aus, um sie anzulocken

Schlangen: Warum immer mehr von ihnen in unsere Häuser eindringen

Feuerwehrleute, Tierärzte und Behörden beobachten es jeden Sommer aufs Neue: Schlangen tauchen in bewohnten Gebieten so häufig auf wie nie zuvor. Im Jahr 2024 verzeichnete das französische Amt für Biodiversität mehr als 7.200 Meldungen über Reptilien, die in Häusern oder Gärten gesichtet wurden – eine deutlich steigende Zahl, die im Sommer 2025 bereits übertroffen zu werden droht.

Wie lässt sich dieses Phänomen erklären? Zwei Faktoren spielen zusammen: Starke Hitze treibt Schlangen auf der Suche nach kühlen Zonen unter Terrassen, in Garagen oder schattige Zimmer. Und entscheidend: Feuchtigkeit und bestimmte Gerüche wirken wie ein Magnet – vor allem dann, wenn potenzielle Beute wie Nagetiere oder Insekten in der Nähe sind.

Der Geruch von Nagetieren: Die wichtigste Duftspur für Schlangen

Wer Kinder, Haustiere oder schlecht belüftete Ecken im Haus hat, ist möglicherweise unwissentlich gefährdet. Was Schlangen in erster Linie suchen, sind die Spuren ihrer natürlichen Beute – und dafür verlassen sie sich ganz auf ihren Geruchssinn.

Mithilfe ihres Jacobson-Organs am Gaumen können Schlangen Spuren von Nagetieren auf mehrere Meter Entfernung „riechen". Mäuseurin, verschmutzte Tierstreu, vergessene Trockenfutterkörner oder getrocknete Exkremente reichen aus, um sie anzulocken.

Laut einer Studie der Universität Straßburg, die 2023 in der Fachzeitschrift Reptile Biology & Habitat veröffentlicht wurde, kann eine Ringelnatter die Anwesenheit von Wühlmäusen oder Spitzmäusen auf mehr als zehn Meter Entfernung wahrnehmen. Folgt sie erst einmal einer Geruchsspur, zwängt sie sich mühelos unter einer Tür, zwischen Bodenplatten oder durch eine Lüftungsöffnung hindurch.

Diese 5 Hinweise werden oft übersehen – und zeigen, dass eine Schlange da war

Im Sommer sollten bestimmte Details Ihre Aufmerksamkeit erregen. Die folgenden Warnsignale stammen von der Vogelschutzorganisation LPO und dem Feuerwehr- und Rettungsdienst des Départements Hérault:

  • Häutungsreste in dunklen Ecken wie Schuppen, Schränken oder Garagen
  • Wellenförmige Spuren im Staub oder auf sandigem Untergrund
  • Anhaltender moschusartiger Geruch, der an geschmolzenen Kunststoff oder Gurken erinnert
  • Ungewöhnliches Verhalten Ihrer Katze oder Ihres Hundes – etwa starres Anstarren einer Wand oder intensives Schnüffeln an einer bestimmten Stelle
  • Häufigeres Auftreten kleiner Nagetiere, sichtbar oder nicht, im Haus

All diese Zeichen bedeuten nicht zwangsläufig, dass eine Giftschlange bei Ihnen eingezogen ist – aber sie sollten Ihre Wachsamkeit deutlich erhöhen.

Schlangen im Haus: So halten Sie sie fern – ohne sie zu verletzen und ohne gegen das Gesetz zu verstoßen

Die gute Nachricht: Es ist durchaus möglich, Ihr Zuhause für Schlangen unattraktiv zu machen, ohne ihnen zu schaden oder die eigene Sicherheit zu gefährden. Umweltbehörden empfehlen einige einfache, aber wirkungsvolle Maßnahmen. Beginnen Sie damit, alle tiefliegenden Öffnungen zu verschließen – etwa Kellerfenster oder Spalten an der Garagentür.

Reinigen Sie feuchte Winkel gründlich und entfernen Sie sämtliche Tierfutterreste wie Trockenfutter, Streu oder Kotablagerungen, die Schlangen anlocken könnten. Stapeln Sie Holz oder Baumaterialien mit ausreichend Abstand zu den Hauswänden und möglichst erhöht. Vermeiden Sie außerdem stehende Wasseransammlungen unter Blumentöpfen und pflegen Sie Beeteinfassungen, Büsche und Rasenflächen regelmäßig, um potenzielle Verstecke zu minimieren.

Sollten Sie tatsächlich eine Schlange bei sich entdecken, versuchen Sie nichts in Eigenregie. Wenden Sie sich an Ihre Gemeindeverwaltung oder einen spezialisierten Verein: Manche Arten stehen auch dann unter Schutz, wenn sie nicht giftig sind – ihre Tötung ist gesetzlich verboten.

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