Schatz des Jahrhunderts: Gold aus spanischem Galeonen nach 350 Jahren geborgen

Ein Fund, der Geschichte schreibt

Goldmünzen, verstreut über dreizehn Kilometer Korallenriff – und das ist erst der Anfang dieser außergewöhnlichen Geschichte. Carl Allen und sein Team von Allen Exploration haben gerade die Geschichtsbücher neu geschrieben. Aus den Tiefen des Ozeans holten sie Artefakte des legendären Schiffes Nuestra Señora de las Maravillas ans Licht, das im 17. Jahrhundert gesunken war.

Das tragische Ende eines spanischen Giganten

Die Geschichte dieses Schiffes könnte glatt als Drehbuch für einen Katastrophenfilm durchgehen. Die Nuestra Señora de las Maravillas war ein zweistöckiges Flaggschiff, bestückt mit 36 Bronzekanonen, das königliche Reichtümer aus Amerika nach Sevilla bringen sollte. Das Schicksal hatte jedoch andere Pläne.

Ein fataler Navigationsfehler führte zur Kollision mit einem anderen Schiff – kurz darauf zerschellte das Wrack an einem messerscharfen Korallenriff. Von den Hunderten Menschen an Bord überlebten gerade einmal 45. Alle anderen versanken in der Tiefe, gemeinsam mit einer Ladung, von der Piraten in der gesamten Karibik geträumt hatten.

Was die Schatzsucher tatsächlich entdeckt haben

Was Allens Team sicherstellen konnte, ist schlicht atemberaubend. Bereits seit 1656 hatten zahlreiche Expeditionen ihr Glück versucht – doch erst moderne Technologie ermöglichte es, Gegenstände unter dicken Sand- und Korallenablagerungen aufzuspüren.

Die aktuelle Liste der Fundstücke umfasst:

  • Goldene Ketten mit aufwendiger Flechtarbeit.
  • Einen einzigartigen Anhänger mit dem Kreuz des Heiligen Jakobus (Cruz de Santiago).
  • Tausende Gold- und Silbermünzen.
  • Kostbares chinesisches Porzellan sowie Tonkrüge.
  • Mit seltenen Edelsteinen besetzten Schmuck.

Der vorläufig geschätzte Wert der Artefakte liegt bei über 5 Millionen US-Dollar – ihr historischer Wert ist dabei schlicht nicht in Zahlen zu fassen.

💡 Unterwasserarchäologie: Modernes Seitensicht-Sonar-Mapping ermöglicht es heute, Objekte unter Sandschichten zu erkennen, die Taucher jahrzehntelang nicht entdecken konnten. Dank der sogenannten Sub-Bottom-Profiler-Technologie (SBP) gelang es, die verstreuten Artefakte der Maravillas aufzuspüren – die Meeresströmungen hatten sie über mehrere Kilometer vom ursprünglichen Wrackort weggetragen.

Mehr als nur Gold: Einblicke in den Alltag auf See

Während Goldstücke die Schlagzeilen dominieren, sind für Wissenschaftler die alltäglichen Gebrauchsgegenstände oft die wertvollsten Funde. Sie erlauben einen faszinierenden Blick auf das Leben an Bord vor mehr als drei Jahrhunderten.

Zu den bemerkenswerten Alltagsfunden zählen:

  • Schuhschnallen und Tabakpfeifen, die Aufschluss über die Kleidung der Passagiere geben.
  • Tafelkeramik, die Rückschlüsse auf die Ernährung der Offiziere erlaubt.
  • Persönliche Gegenstände der Besatzung, die in nahezu makellosem Zustand erhalten blieben.

Der gesamte Fund ist heute im Maritimen Museum auf den Bahamas in Freeport zu bewundern. Die Regierung der Bahamas, der die Fundstücke rechtlich gehören, hat die Kollektion dort der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Author

Nach oben scrollen