Ein bescheidenes Gehalt, ein gigantisches Vermögen
Rama Chandra Nepak verdiente offiziell knapp über 750 Euro im Monat. Was Ermittler der indischen Antikorruptionsbehörde in seinem Haus im Bundesstaat Odisha vorfanden, sprengte jedoch jeden Rahmen – ein Vermögen im Millionenwert wartete dort im Verborgenen.
Kaum jemand hätte vermutet, dass ein einfacher stellvertretender Forstdirektor im Bezirk Koraput ein derart ausschweifendes Doppelleben führen könnte. Nepak bekleidete eine mittlere Beamtenposition, hatte sich dabei aber Ressourcen angehäuft, die selbst der Oberschicht Indiens zur Ehre gereicht hätten. Am 25. Juli durchsuchten die Behörden koordiniert sechs seiner Anwesen – und was sie dort entdeckten, hätte glatt als Drehbuch für einen Krimithriller durchgehen können.
Verstecktes Bargeld im Keller und eine Geldzählmaschine
Die größte Überraschung wartete auf die Ermittler im Keller eines Apartments in Jeypore. Dort türmten sich Geldscheine in einem solchen Ausmaß, dass ein manuelles Zählen schlicht unmöglich war. Die Beamten mussten eigens eine professionelle Geldzählmaschine herbeischaffen, um das Chaos in den Griff zu bekommen.
Die vorläufige Bilanz des sichergestellten Vermögens ist beeindruckend:
- 1,43 Millionen Rupien in bar (rund 15.900 Euro), versteckt in einem geheimen Hohlraum.
- 1,5 Kilogramm Gold mit einem Marktwert von über 144.000 Euro.
- Mehr als 4,6 Kilogramm Silber.
- Bankeinlagen im Wert von mehreren Millionen Rupien.
Ein Immobilienimperium mitten im Dschungel
Damit nicht genug. Nepak, der seine Laufbahn 1989 begann, hatte über Jahrzehnte hinweg systematisch ein beachtliches Immobilienportfolio aufgebaut. Die Behörden beschlagnahmten insgesamt sechs Objekte, deren Wert in keinem vernünftigen Verhältnis zu seinem offiziellen Einkommen steht.
Die Liste der sichergestellten Immobilien umfasst:
1. Ein dreistöckiges Haus mit 334 m² Wohnfläche in Jeypore.
2. Eine Wohnung mit 167 m² in der Landeshauptstadt Bhubaneswar.
3. Zwei weitere Wohnungen mit je 139 m².
4. Zwei attraktive Baugrundstücke in begehrten Lagen.
Der Gesamtwert des beschlagnahmten Besitzes übersteigt 770.000 Euro – eine schwindelerregende Summe für jemanden, der offiziell Waldressourcen verwaltete.
Anklage und das indische Antikorruptionsgesetz
Seien wir ehrlich: Ein solches Vermögen lässt sich nicht durch Sparsamkeit aus einem Beamtengehalt anhäufen. Die indische Antikorruptionsbehörde hat gegen Nepak bereits Anklage auf Grundlage des Gesetzes zur Korruptionsbekämpfung erhoben. Die Inventarisierung läuft noch, während Ermittler gleichzeitig prüfen, ob weitere Staatsbeamte in die Machenschaften verwickelt sind.
Alles deutet darauf hin, dass Nepak die kommenden Jahre in einem ganz anderen – deutlich weniger luxuriösen – Ambiente verbringen wird als in seiner 300-Quadratmeter-Villa.












