„Der schlimmste Feind Ihrer Lungen“: dieses unsichtbare Gas in Ihrem Zuhause verursacht 10 % der Lungenkrebsfälle

Radon im Haus: das unsichtbare Gas, das sich unter Ihren Füßen ansammelt

Direkt unter Ihrem Keller sammelt sich ein natürliches, farb- und geruchloses Gas an – es dringt durch den Boden und steigt ins Erdgeschoss auf. Unsichtbar und lautlos hat es es auf Ihre Lungen abgesehen. Gesundheitsbehörden stufen es als eine der bedeutendsten Gefahrenquellen für die Raumluft ein. Im Winter verstärkt die Kombination aus Heizungsbetrieb und reduzierter Belüftung seine Konzentration erheblich.

Das Gas gelangt durch Risse im Mauerwerk, Fugen in der Bodenplatte und Rohrdurchführungen ins Innere. Zunächst reichert es sich in den erdberührenden Räumen an – vor allem im Keller – und breitet sich dann ins Erdgeschoss aus. In gut gedämmten, aber schlecht belüfteten Häusern kann es sich über Jahre hinweg gefährlich aufstauen. Besonders betroffen sind Räume mit direktem Bodenkontakt.

Radon, Keller und Erdgeschoss: So dringt das Gas ein und gefährdet Ihre Gesundheit

Radon ist ein radioaktives Edelgas, das beim natürlichen Zerfall von Radium und Uran im Erdinneren entsteht. Es dringt durch den Untergrund in Gebäude ein und sammelt sich bevorzugt in tiefer gelegenen Räumen. In Deutschland und Frankreich haben Strahlenschutzbehörden die durchschnittliche Konzentration in Wohnräumen auf etwa 61 Bq/m³ geschätzt. Besonders erhöhte Werte treten in der Bretagne, im Zentralmassiv, in den Vogesen und auf Korsika auf. Im Freien hingegen verdünnt sich das Gas nahezu sofort.

Was die Gesundheitsrisiken betrifft, hat die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) – eine Fachbehörde der Weltgesundheitsorganisation – Radon als nachgewiesenes Karzinogen für Lungenkrebs eingestuft. In Frankreich ist es für rund 10 % aller Lungenkrebserkrankungen verantwortlich, was etwa 4.000 Neuerkrankungen und rund 3.000 Todesfälle pro Jahr entspricht. Mit jedem Anstieg um 100 Bq/m³ über einen Zeitraum von 30 Jahren steigt das Krebsrisiko um 16 %. Bei Rauchern ist das Risiko sogar 20-fach erhöht.

Radon im eigenen Zuhause messen: einfach, zuverlässig und schnell erklärt

Die zuständigen Strahlenschutzbehörden haben das Radonpotenzial nach Gemeinden in drei Stufen kartiert: niedrig, mittel und hoch. Dabei basiert die Einstufung auf der lokalen Geologie. Zwei benachbarte Häuser können jedoch deutlich unterschiedliche Werte aufweisen – je nach Bodendichtigkeit, Belüftungssystem und Nutzungsgewohnheiten. Die einzig verlässliche Methode ist eine Messung mit einem Dosimeter, das mindestens zwei Monate während der Heizsaison – am besten von November bis April – ausgelegt wird.

Prüfen Sie zunächst die Einstufung Ihrer Gemeinde, und bestellen Sie dann einen Dosimeter bei einem staatlich zugelassenen Labor. Die Kosten liegen in der Regel zwischen 20 und 30 Euro. Platzieren Sie das Gerät in einem Wohnraum im Erdgeschoss oder im Keller, falls dieser bewohnt ist – in Kopfhöhe, abseits von Fenstern und Heizkörpern. Übersteigt das Ergebnis 300 Bq/m³, sollten Sie handeln. Bei Werten über 1.000 Bq/m³ ist eine professionelle Fachbegutachtung dringend empfohlen.

Zu hohe Radonwerte: Was Sie tun können – und was das Gesetz vorschreibt

Starten Sie mit den einfachsten Maßnahmen: täglich mindestens 10 Minuten lüften, Zu- und Abluftöffnungen freihalten sowie das Lüftungssystem regelmäßig überprüfen. Versiegeln Sie Risse und Rohrdurchführungen sorgfältig. Der Einbau oder die Verbesserung einer kontrollierten Wohnraumlüftung (KWL) sorgt für eine effektive Erneuerung der Raumluft. Ein einfacher und kostengünstiger Trick: Bringen Sie eine Dichtung an der Kellertür oder der Kellertreppe an, um den sogenannten Kamineffekt zu unterbinden.

Der gesetzliche Referenzwert im Wohnbereich liegt bei 300 Bq/m³ im Jahresdurchschnitt. In Gebieten mit hohem Radonpotenzial (Stufe 3) ist in Frankreich seit dem 1. Juli 2018 eine Informationspflicht gegenüber Käufern und Mietern gesetzlich verankert. Nach Dämmarbeiten sollte die Belüftung unbedingt überprüft werden, um eine Anreicherung zu verhindern. Bleiben die Werte dauerhaft erhöht, empfiehlt sich die Zusammenarbeit mit einem Fachbetrieb – gefolgt von einer abschließenden Kontrollmessung.

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