Schatz des Jahrhunderts: 110 Kilogramm Gold aus einem Grabmal geborgen. Dieses Vermögen gehört nur einem einzigen Staat

Ein Fund, der die Welt veränderte

Als Archäologen eine Kammer betraten, die dreitausend Jahre lang vollständig unberührt geblieben war, bot sich ihnen ein Anblick, der jede Vorstellungskraft überstieg. Mehr als 110 Kilogramm reines Gold – geformt zu Masken, Schmuckstücken und Streitwagen – bilden bis heute die spektakulärste historische Entdeckung, die jemals aus der Wüste geborgen wurde.

Das berühmte Grab des Pharaos Tutanchamun, entdeckt vom britischen Archäologen Howard Carter, fasziniert die Welt seit über hundert Jahren. Kaum ein Fund aus dem Jahr 1922 beeinflusst noch immer so nachhaltig die Welt der Wissenschaft und des kulturellen Erbes. Der Schatz wurde im Tal der Könige nahe Luxor entdeckt und hat sich seit dem Jahr 1323 v. Chr. in nahezu makellosem Zustand erhalten.

Warum ist dieser Schatz ein Vermögen wert?

Allein der Marktwert des Edelmetalls ist schwindelerregend. Beim aktuellen Goldpreis von rund 2.300 Dollar pro Unze übersteigt der reine Materialwert der 110 Kilogramm die Marke von 90 Millionen Dollar. Doch das ist nur die Spitze des Eisbergs.

Für Historiker verblasst diese Zahl neben dem unermesslichen kulturellen Wert der rund 5.000 Artefakte, die Carter über fünf lange Jahre aus dem Sand barg. Was er in der Grabkammer vorfand, ist einzigartig in der Geschichte der Archäologie.

Was befand sich in der Grabkammer?

  • Ein massiver Sarkophag aus massivem Gold
  • Die legendäre Totenmaske mit einem Gewicht von 11 Kilogramm
  • Goldene Throne und reich verzierte Kriegsstreitwagen
  • Hunderte von Amuletten und rituellen Gegenständen
  • Schmuck, der trotz Jahrtausenden seinen ursprünglichen Glanz bewahrt hat

Der Kampf um die Eigentumsrechte: Hätten die Briten das Gold mitnehmen dürfen?

Zur damaligen Zeit galt das sogenannte „Partage"-System, das Entdeckern erlaubte, einen Teil der Funde in ihre Heimatländer mitzunehmen. Im Fall Tutanchamuns setzte Ägypten jedoch eine klare Grenze. Das Ausmaß der Entdeckung war so gewaltig, dass die ägyptische Regierung umgehend jeden Export von Teilen des Schatzes untersagte.

Sämtliche Artefakte befinden sich im Besitz des ägyptischen Staates und gelten als Symbol der nationalen Identität des Landes. Der Großteil ist im Ägyptischen Museum in Kairo zu bestaunen, und die Behörden lehnen konsequent jeden Rückkaufversuch ab – selbst für das kleinste Amulett. Dieser Schatz steht schlicht nicht zum Verkauf, zu keinem Preis.

Ein Satz für die Ewigkeit

Als Howard Carter seine Laterne in die dunkle Kammer hielt und Lord Carnarvon ihn fragte, ob er etwas erkennen könne, antwortete er mit den unsterblichen Worten: „Ja, ich sehe wunderbare Dinge." Er hatte vollkommen recht. Von diesem Moment an war die Geschichte der Archäologie eine andere.

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