Dieses simple vergessene Objekt im Garten kann Schlangen anlocken

Der unerwartete Schuldige, der unsere Gärten auf den Kopf stellt

Wenn der Frühling endlich Einzug hält, denkt man beim Gärtnern eher an Maulwürfe oder Schnecken als an Schlangen. Doch Fachleute weisen auf einen ganz alltäglichen Gegenstand hin, der nach Gartenarbeiten häufig einfach liegen bleibt: die Gartenfolie. Dieses schlichte, dunkle Stück Plastik, das achtlos auf dem Rasen oder auf einem Komposthaufen liegt, ist für Schlangen schlichtweg unwiderstehlich. Auch alte Bleche oder Metallplatten auf dem Boden gehören zu dieser Gruppe verdächtiger Objekte — und beide sind alles andere als harmlos.

Der Grund dafür ist verblüffend einfach. Ab April, wenn die Tage wärmer werden und die Nächte noch kühl bleiben, entsteht unter einer Folie oder Metallplatte ein echtes Wärmewunder. Die Sonne heizt das Material auf, der Boden darunter speichert die Wärme — ein regelrechter Treibhauseffekt auf Reptilienniveau. Herpetologen und Naturschutzorganisationen betonen: Schlangen sind wechselwarme Tiere. Damit ihr Körper normal funktioniert, brauchen sie eine Umgebungstemperatur von rund 25 bis 30 °C. Eine simple Gartenfolie leistet genau das.

Ein Fünf-Sterne-Unterschlupf für Reptilien auf Erholungssuche

Das Gespann aus Folie und Schlange tritt häufiger auf, als man vermuten würde. Diese dünne Plastikschicht verwandelt sich in einen natürlichen Wärmespeicher. Stellen Sie sich vor: Die Schlange liegt windgeschützt, vor Fressfeinden sicher und vor neugierigen Blicken verborgen — das reinste Wellness-Paradies auf dem Rasen.

Wenn man dann noch bedenkt, was sonst alles im Garten herumliegt — vergessene Baufolien, abgedeckte Komposthaufen, mit schwarzer Plastikfolie geschütztes Holz, direkt auf der Erde gestapelte Holzscheite oder vergessene Faserzementplatten — wird schnell klar: Man betreibt ungewollt eine Luxuspension für Schlangen, die gerade aus ihrer Winterruhe erwachen.

Die richtigen Maßnahmen für einen schlangensicheren Garten

Die gute Nachricht: Es braucht nicht viel, um wieder ruhig im eigenen Garten zu sitzen. Ein paar einfache Schritte reichen aus:

  • Folien, Bleche und Platten nach der Nutzung regelmäßig vom Boden entfernen.
  • Diese Materialien anschließend erhöht lagern, nicht auf dem Erdboden.

Wer diese warmen, geschützten und verborgenen Unterschlüpfe beseitigt, lenkt Schlangen automatisch in Bereiche um, die weiter von menschlichen Aufenthaltszonen entfernt liegen. Das Thermometer unter der Folie erreicht schließlich jene 25 bis 30 °C, die Reptilien so schätzen — ohne Folie fehlt dieser Anreiz schlicht.

Vorsicht: Gefährliche Reflexe und rechtliche Konsequenzen

Ein absolut entscheidender Punkt: Eine länger am Boden liegende Folie niemals mit bloßen Händen hochheben — die Überraschung darunter könnte unangenehm werden. Noch wichtiger: Versuchen Sie niemals, eine Schlange zu töten. Abgesehen davon, dass ein Biss wahrscheinlicher ist als ein Sieg, verstößt man damit gegen das Umweltrecht. Alle Schlangenarten in Deutschland sind gesetzlich geschützt. Wer sie verletzt oder tötet, riskiert rechtliche Konsequenzen — dabei fliehen die meisten Arten schon beim kleinsten Anzeichen menschlicher Annäherung.

Sollten Sie trotz aller Vorsicht ein Reptil unter einer alten Folie entdecken, gilt folgendes Verhalten:

  • Abstand halten.
  • Ruhig bleiben — leichter gesagt als getan, aber hochwirksam.
  • Langsam zurückweichen.

Die überwältigende Mehrheit aller Schlangen ist völlig harmlos und wird das Weite suchen, bevor sie auch nur daran denkt, Sie anzugreifen. Versuchen Sie niemals, ein Tier einzufangen oder zu schlagen. Wenden Sie sich stattdessen an die zuständige Gemeinde, eine Wildtierstation oder einen lokalen Naturschutzbund — dort erhält man die fachkundigste Beratung, damit Mensch und Tier den Garten künftig friedlich teilen können.

Kurz gesagt: Ein wenig Ordnung im Garten ist allemal besser als eine unliebsame Überraschung unter der Folie. Ihre Grillabende — und Ihre Nerven — werden es Ihnen danken.

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