Handtasche: wirklich schmutziger als eine Toilettenschüssel?
Sie leeren Ihre Handtasche auf dem Tisch aus – Lippenstift, Handcreme, Taschentücher, Schlüssel. Auf den ersten Blick nichts Beunruhigendes. Doch eine britische Studie von Initial Washroom Hygiene hat gezeigt, dass das Innere einer Handtasche mehr Bakterien beherbergt als eine öffentliche Toilettenschüssel. Und mitten in diesem Durcheinander befindet sich ein Gegenstand, den Sie sich täglich mehrmals ins Gesicht drücken – vollgesogen mit Keimen, ohne dass Sie es bemerken.
Wissenschaftler schätzen, dass jede fünfte Handtasche ein echtes Gesundheitsrisiko darstellt. Die am stärksten verkeimten Gegenstände? An erster Stelle die Handcreme, gefolgt von Make-up-Produkten und sogar Taschentuchpackungen. Besonders Ledertaschen, die sich schwerer reinigen lassen, gelten als besonders problematisch. Man glaubt, die üblichen Verdächtigen zu kennen – und liegt dabei oft völlig falsch.
Der Übeltäter liegt greifbar nah: Ihr Smartphone ist 10-mal schmutziger als die Toilette
Mikrobiologischen Analysen zufolge, die sich auf Protokolle der ANSES stützen, beherbergt Ihr Smartphone im Durchschnitt 10-mal mehr Bakterien als eine frisch gereinigte Toilettenschüssel. Fäkale Keime wie E. coli oder Staphylokokken wurden bei 20 bis 30 Prozent der Abstrichproben nachgewiesen. Das Gerät erzeugt eine konstante Wärme von etwa 30 bis 40 °C – ideale Bedingungen für Bakterienkolonien. Bei jeder Berührung lagern sich Talg, Schweiß und winzige Essensreste ab und ernähren diese unsichtbare Welt.
Der Mechanismus der Kreuzkontamination ist simpel und gut belegt. Peter Barratt von Initial Washroom Hygiene erklärt es treffend: Handtaschen kommen ständig mit unseren Händen und verschiedensten Oberflächen in Kontakt, weshalb das Risiko, unterschiedliche Keime ins Innere zu übertragen, besonders bei selten gereinigten Taschen enorm hoch ist. Das Telefon wandert zwischen öffentlichen Flächen und der Tasche hin und her, nimmt dabei Mikroben auf – und landet anschließend wieder an der Wange.
So reinigen Sie Ihr Smartphone richtig, ohne es zu beschädigen
Schalten Sie das Gerät zunächst aus und trennen Sie es vom Ladekabel. Nehmen Sie ein sauberes Mikrofasertuch, das leicht mit 70-prozentigem Isopropylalkohol angefeuchtet ist, oder verwenden Sie ein bildschirmkompatibles Feuchttuch. Wischen Sie sanft über den Bildschirm, die Rückseite und die Ränder – ohne dabei Anschlüsse und Lautsprecher zu durchnässen. Sprühen Sie niemals direkt auf das Gerät und tauchen Sie es keinesfalls ins Wasser. Lassen Sie es kurz trocknen, bevor Sie es wieder einschalten.
Einmal pro Woche lohnt es sich, die Hülle abzunehmen und sie – sofern das Material es erlaubt – mit warmem Seifenwasser zu reinigen. Warten Sie, bis alles vollständig getrocknet ist, bevor Sie die Hülle wieder aufsetzen. Finger weg von Glasreiniger, Haushaltsreinigern, purem Essig oder Küchenpapier: Diese Mittel zerkratzen die Oberfläche, greifen die oleophobe Schutzschicht an und begünstigen neue Verkeimung. Ein einfacher, regelmäßiger Handgriff, der sich mühelos in den Alltag integrieren lässt.
Handtasche, Display und Haut: Welche Gewohnheiten wirklich helfen
Wer das Duo Handtasche und Smartphone regelmäßig pflegt, unterbricht den mikrobiellen Kreislauf wirksam. Leeren und sortieren Sie Ihre Tasche regelmäßig aus, reinigen Sie das Innenfutter je nach Material – und beherzigen Sie diese goldene Regel: Legen Sie die Tasche niemals auf den Boden, vor allem nicht an öffentlichen Orten. Ein typisches Szenario aus der Praxis: Man schaut beim Kochen ein Rezept nach, steckt das warme Telefon in die Tasche, macht einen Abstecher zur Toilette – und wenig später liegt das Gerät wieder an der Wange. Das Ergebnis: mechanische Akne und Hautirritationen.
Etablieren Sie eine pragmatische Routine: eine schnelle Smartphone-Reinigung nach risikoreichen Situationen wie Toilettenbesuchen, Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder Restaurantbesuchen, eine wöchentliche Grundreinigung von Gerät, Hülle und Tascheninnenfutter sowie einen regelmäßigen Check stark benutzter Gegenstände wie Handcreme oder Make-up. Kleine, konkrete Maßnahmen, die die Keimbelastung im Alltag spürbar senken. Wer hätte gedacht, dass die größte Gefahr direkt in der eigenen Handtasche lauert?












