Frühling bedeutet Fahrradzeit – aber Vorsicht vor dieser Falle
Sobald die Temperaturen steigen und die Tage länger werden, holen Millionen Menschen ihr Fahrrad wieder aus dem Keller. Was dabei aber erstaunlich viele vergessen: der Reifendruck hat sich über den Winter deutlich verändert – und das kann richtig gefährlich werden.
Der ADAC weist regelmäßig auf einen Fehler hin, den selbst erfahrene Radfahrer immer wieder machen. Er klingt banal, hat aber spürbare Folgen für Sicherheit und Fahrkomfort.
Was passiert mit Fahrradreifen im Winter?
Kälte und Luft vertragen sich nicht besonders gut. Sinkt die Außentemperatur, verliert der Reifen messbar an Druck – selbst wenn das Fahrrad die ganze Zeit unbenutzt in der Garage stand. Physikalisch gesehen zieht sich Luft bei Kälte zusammen, was dazu führt, dass der Reifen im Frühjahr deutlich weicher ist als beim letzten Einsatz im Herbst.
Wer dann einfach aufsteigt und losfährt, riskiert mehr als nur einen holprigen Weg. Ein zu weicher Reifen reagiert träger, bremst schlechter und ist anfälliger für sogenannte Felgenschläge – also Schäden, die entstehen, wenn der Reifen bei einem Schlagloch bis auf die Felge durchgedrückt wird.
Der häufigste Fehler: Einfach draufsetzen und losfahren
Genau das ist der Punkt, den der ADAC so deutlich anspricht. Viele Radfahrer prüfen den Reifendruck schlicht nicht, bevor sie nach der Winterpause wieder in die Pedale treten. Das Rad sieht von außen in Ordnung aus – also muss es doch fahrtauglich sein, oder?
Leider nein. Das menschliche Auge erkennt Druckverluste erst bei einem erheblichen Unterschied. Ein Reifen kann bereits deutlich zu wenig Luft haben, ohne dass er auf den ersten Blick sichtbar flach wirkt.
So machst du es richtig: Der Frühjahrscheck für deinen Reifen
Bevor das erste Frühjahrsausflug startet, empfiehlt der ADAC eine einfache, aber wirkungsvolle Routine:
- Reifendruck messen – nicht schätzen. Ein einfaches Manometer reicht völlig aus.
- Idealen Druck prüfen – er steht meist auf der Reifenflanke aufgedruckt, oft als Bereich in bar oder PSI angegeben.
- Reifen auf Risse und Abnutzung untersuchen – nach einem langen Winter können kleine Risse entstanden sein, die beim Fahren zu Problemen führen.
- Ventil kontrollieren – auch das kann undicht werden und für schleichenden Druckverlust sorgen.
Welcher Reifendruck ist der richtige?
Das hängt vom Fahrradtyp und dem eigenen Körpergewicht ab. Als Faustregel gilt: Rennräder brauchen deutlich mehr Druck als Mountainbikes oder Alltagsräder. Während Rennradreifen oft zwischen 6 und 9 bar benötigen, kommen Citybike-Reifen meist mit 3 bis 5 bar aus.
Wer unsicher ist, findet den empfohlenen Wert immer auf dem Reifen selbst – dort steht der Mindest- und Höchstwert klar aufgedruckt. Diesen Bereich sollte man einhalten, nicht überschreiten und vor allem nicht dauerhaft unterschreiten.
Warum das Thema im Frühling besonders wichtig ist
Mit dem Ende des Winters steigt die Zahl der Fahrradunfälle statistisch spürbar an. Ein Grund dafür ist schlicht, dass viele Menschen unvorbereitet wieder aufs Rad steigen. Der richtige Reifendruck ist eine der einfachsten Maßnahmen, die die Fahrsicherheit sofort verbessert – ohne Werkstattbesuch, ohne Kosten, in wenigen Minuten erledigt.
Also: Pumpe raus, Druck prüfen, sicher starten. Der Frühling kann kommen.












