Sieben Welten, eine Entscheidung
Du planst deinen Urlaub auf den „Glücklichen Inseln", aber die schiere Vielfalt von sieben völlig unterschiedlichen Reisezielen lässt dich ratlos zurück? Die richtige Insel zu wählen ist der entscheidende Schritt, um typische Touristenfallen zu vermeiden und genau den Urlaub zu erleben, den du dir vorgestellt hast. Dieser Reiseführer zerlegt den Archipel in seine Einzelteile, damit du deinen Traumort treffsicher findest.
Teneriffa – eine Insel mit zwei Gesichtern
Teneriffa ist die größte und vielseitigste Insel des Archipels – und sie bietet gleich zwei Klimazonen unter einem Dach. Wer garantierte Sonne, gehobene Ferienorte und pulsierendes Nachtleben sucht, sollte den Süden ansteuern, also die Gegend um Costa Adeje oder Playa de las Américas. Regen ist dort kaum der Rede wert, und die goldenen Strände – oft mit Sahara-Sand aufgefüllt – laden geradezu zum Nichtstun ein.
Der Norden hingegen ist ein Paradies für Entdecker und Naturliebhaber. Dort warten wilde schwarze Strände, dichte Lorbeerwälder im Anaga-Gebirge sowie charmante Kolonialstädtchen wie La Orotava oder La Laguna. Über allem thront der majestätische Vulkan Teide – Spaniens höchster Gipfel. Wer mit der Seilbahn hinauffahren möchte, muss die Genehmigung weit im Voraus reservieren, am besten schon vor dem Abflug.
Gran Canaria – ein Kontinent im Kleinen
Gran Canaria trägt den Beinamen „Kontinent im Miniaturformat" zu Recht, denn die Landschaft wechselt hier alle paar Kilometer ihr Gesicht. Im Süden erwarten dich die berühmten Dünen von Maspalomas, wo man sich mitten in einer Wüste direkt am Ozean fühlt. Wer breite Strände und eine ausgebaute Hotelinfrastruktur schätzt, ist hier goldrichtig.
Wer dagegen Stadtflair mit Surfen verbinden möchte, wird die Inselhauptstadt Las Palmas begeistern – ihr Stadtstrand Las Canteras zählt zu den besten weltweit. Das Inselinnere überrascht mit tiefen Schluchten und malerischen Dörfern wie Tejeda, von dem aus man auf den heiligen Guanchen-Felsen Roque Nublo blickt. Diese Insel lässt einen schlicht nicht zur Ruhe kommen.
Fuerteventura – Paradies für Strandliebhaber und Wassersportler
Kilometerlange, endlose Sandstrände und türkisfarbenes Wasser – das ist Fuerteventura in einem Satz. Die älteste Insel des Archipels zieht Menschen an, die entweder pure Entspannung oder den Adrenalinstoß auf dem Wasser suchen. Dank beständiger Winde gilt sie als weltweite Hochburg des Windsurfens und Kitesurfens, besonders rund um Sotavento.
Die größten Highlights sind die Dünen von Corralejo im Norden und der wilde Strand Cofete im Süden, zu dem eine abenteuerliche Schotterpiste durch die Berge führt. Auf Fuerteventura ticken die Uhren langsamer. Wer abschalten, ein Buch im Sand lesen und ein echtes Wüstenklima genießen möchte, hat hier seinen perfekten Urlaubsort gefunden.
Lanzarote – Mondlandschaft und Kunst
Lanzarote sieht aus wie die Kulisse eines Science-Fiction-Films. Hunderte Vulkankegel und erstarrte Lava prägen das Bild – der Nationalpark Timanfaya verschlägt einem schlicht den Atem. Bemerkenswert ist auch, dass die gesamte Insel eine einheitliche Architektur aus weißen Häusern mit grünen oder blauen Fensterläden bewahrt, was dem Künstler César Manrique zu verdanken ist, der Lanzarote vor wahlloser Betonbebauung bewahrte.
Unbedingt sehenswert sind die Jameos del Agua – Höhlen in einem Lavatunnel, die zu einem Konzertsaal und Restaurant umgestaltet wurden. Lanzarote ist die richtige Wahl für alle, die Ästhetik, Ruhe und faszinierende Geologie suchen. Dazu gibt es hervorragende Weine, die auf ungewöhnliche Weise in Aschegrübchen aus Vulkanlava in der Region La Geria angebaut werden.
La Palma – „La Isla Bonita" für Naturbegeisterte
Wer Bergwanderungen statt Strandurlaub bevorzugt, trifft mit La Palma ins Schwarze. Die sogenannte „Schöne Insel" besitzt einen der klarsten Nachthimmel der Welt und gilt daher als Spitzenstandort für Sternenbeobachtungen. Der riesige Krater Caldera de Taburiente bietet zahlreiche Wanderwege für jeden Anspruch.
Große All-inclusive-Hotels sucht man hier vergeblich. Stattdessen warten gemütliche Pensionen, natürliche Ozeanbecken und eine überwältigende Grüne aus Farnwäldern. La Palma ist gemacht für alle, die dem Massentourismus entfliehen und echte, unberührte Natur erleben wollen.
La Gomera und El Hierro – Zuflucht für Ruhesuchende
Diese beiden kleineren Inseln sind echte Geheimtipps für anspruchsvolle Reisende. La Gomera, am bequemsten per Fähre von Teneriffa erreichbar, begeistert mit dem mystischen Nationalpark Garajonay, dessen Lorbeerwälder häufig in Nebel gehüllt sind und eine fast unwirkliche Atmosphäre erzeugen. Hier hat auch „el silbo" überlebt – eine einzigartige Pfeifsprache, mit der sich früher Hirten über weite Entfernungen verständigten.
El Hierro wiederum ist die kleinste und südwestlichste Insel des Archipels und trägt den Status eines vollständigen UNESCO-Biosphärenreservats. Sie ist ein Paradies für Taucher und alle, die vollständige Abgeschiedenheit von der Zivilisation suchen. Beide Inseln eignen sich hervorragend als Tagesausflug von größeren Nachbarinseln – doch wer ihre wahre Magie spüren möchte, sollte unbedingt länger bleiben.
Die Wahl hängt letztlich von deinen persönlichen Vorstellungen ab. Vom pulsierenden Teneriffa bis zum stillen La Gomera hat jede dieser Inseln etwas völlig Einzigartiges zu bieten.












