Universität Leiden zeigt, welche Gehgeschwindigkeit das Demenzrisiko senkt

Eine bestimmte Gehgeschwindigkeit könnte Ihr Gehirn schützen

Dass regelmäßiges Spazierengehen der Gesundheit guttut, ist keine Neuigkeit. Doch Forschende der Universität Leiden haben nun etwas Bemerkenswertes herausgefunden: Nicht nur die Bewegung selbst, sondern auch das Tempo, in dem man geht, spielt eine entscheidende Rolle beim Schutz vor Demenz. Die Ergebnisse liefern einen konkreten Anhaltspunkt, den jeder direkt in den Alltag übernehmen kann.

Was die Studie aus Leiden herausfand

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Leiden untersuchten über einen längeren Zeitraum, wie sich verschiedene Gehtempos auf die kognitive Gesundheit älterer Menschen auswirken. Das zentrale Ergebnis war eindeutig: Wer zügig geht, senkt sein Demenzrisiko spürbar. Langsames, schlenderndes Gehen zeigte dagegen deutlich geringere Schutzwirkungen für das Gehirn.

Welche Geschwindigkeit gilt als schützend?

Laut der Studie gilt ein flottes, zügiges Gehtempo als besonders vorteilhaft — also eine Geschwindigkeit, bei der man leicht außer Atem gerät, sich aber noch problemlos unterhalten kann. Dieses Tempo regt den Blutfluss im Gehirn an und fördert die Bildung neuer neuronaler Verbindungen. Fachleute sprechen in diesem Zusammenhang häufig von einem Tempo von etwa 5 bis 6 Kilometern pro Stunde als Orientierungswert.

Warum das Gehtempo so wichtig für das Gehirn ist

Das Gehirn profitiert besonders dann von körperlicher Aktivität, wenn das Herz-Kreislauf-System merklich beansprucht wird. Zügiges Gehen erhöht die Durchblutung des Gehirns, versorgt Nervenzellen besser mit Sauerstoff und Nährstoffen und unterstützt den Abbau schädlicher Stoffwechselprodukte, die mit der Entstehung von Demenz in Verbindung gebracht werden.

Zusätzlich fördert regelmäßiges, forsches Gehen die Ausschüttung von BDNF — einem Wachstumsfaktor, der als „Dünger für das Gehirn" bezeichnet wird und das Überleben sowie die Regeneration von Gehirnzellen unterstützt.

Wie viel und wie oft sollte man gehen?

Die Forschenden empfehlen keine extremen Sportprogramme. Bereits 30 Minuten zügiges Gehen an den meisten Tagen der Woche können laut den Erkenntnissen aus Leiden einen messbaren Unterschied machen. Entscheidend ist dabei die Regelmäßigkeit — gelegentliche Spaziergänge allein reichen nicht aus, um den schützenden Effekt zu erzielen.

Tipps für den Alltag

  • Wählen Sie eine feste Gehzeit pro Tag und halten Sie diese konsequent ein.
  • Steigern Sie das Tempo bewusst: Gehen Sie schneller als gewöhnlich, ohne dabei zu rennen.
  • Nutzen Sie kurze Wege aktiv: Nehmen Sie die Treppe, gehen Sie Einkäufe zu Fuß.
  • Integrieren Sie Gehpausen in die Arbeitsroutine, besonders bei einem sitzenden Beruf.
  • Gehen Sie in Gesellschaft: Das erhöht die Motivation und sorgt für Kontinuität.

Auch andere Faktoren spielen eine Rolle

Die Studie betont, dass zügiges Gehen kein Allheilmittel ist, aber ein äußerst wirkungsvoller und leicht umsetzbarer Baustein in der Demenzprävention darstellt. In Kombination mit ausgewogener Ernährung, ausreichend Schlaf und sozialen Kontakten entfaltet körperliche Aktivität ihr volles Schutzpotenzial für das alternde Gehirn.

Was die Forschenden aus Leiden besonders hervorheben: Es ist nie zu spät, mit dem zügigen Gehen anzufangen. Selbst Menschen, die erst im höheren Alter mit einem aktiveren Gehtempo beginnen, können noch von den positiven Effekten profitieren.

Fazit: Ein einfacher Schritt mit großer Wirkung

Die Erkenntnisse der Universität Leiden machen deutlich, dass wir mit einer verblüffend simplen Maßnahme etwas für unsere kognitive Gesundheit tun können. Wer seinen Alltag um regelmäßige, zügige Spaziergänge ergänzt, investiert aktiv in ein gesünderes Gehirn im Alter. Die gute Nachricht: Schuh anziehen, Tempo anziehen — und losgehen.

Author

  • Martin Rütter, geboren 1970 in Duisburg, gilt heute als der renommierteste Hundexperte im deutschsprachigen Raum. Sein Weg zum „Hundevater der Nation“ begann nicht als bloßes Hobby, sondern mit einem fundierten Studium der Tierpsychologie in Pfungstadt sowie Praktika in Wolfsgehegen und bei internationalen Experten. 1995 legte er den Grundstein für seinen Erfolg und entwickelte die Trainingsphilosophie D.O.G.S. (Dog Orientated Guiding System). Dieses System basiert auf einer gewaltfreien, individuellen Kommunikation zwischen Mensch und Hund, die die natürlichen Bedürfnisse des Tieres in den Vordergrund stellt. Heute umfasst sein Netzwerk über 100 Hundeschulen in Europa, was ihn zum unangefochtenen Marktführer in der professionellen Hundeerziehung macht.

    Neben seiner unternehmerischen Tätigkeit hat Rütter durch seine Medienpräsenz Maßstäbe gesetzt. Seit 2008 ist er das Gesicht der Erfolgsserie „Der Hundeprofi“ auf VOX, in der er schwierige Fälle mit Fachverstand und einer Prise Humor löst. Seine Verdienste gehen jedoch weit über das Fernsehen hinaus: Als Bestsellerautor zahlreicher Fachbücher und durch seine ausverkauften Live-Entertainment-Shows hat er das Bewusstsein für Tierschutz und artgerechte Haltung in der breiten Masse verankert. Er engagiert sich zudem leidenschaftlich gegen illegale Welpentransporte und unprofessionelle Züchter, wodurch er sich als kritische und hochgeschätzte Instanz in der Welt der Kynologie etabliert hat.

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