Fluch der Pharaonen: Welche Gefahren birgt die Öffnung des „schwarzen Sarkophags“?

Wenn der Sarkophag zum Todesurteil wird

Glaubst du, Flüche existieren nur in Hollywood-Filmen? Die Öffnung eines rätselhaften schwarzen Sarkophags in Alexandria hat gezeigt, dass unterirdische Krypten reale, tödliche Gefahren bergen — und die haben nichts mit Magie zu tun, aber alles mit Biologie und Chemie. Warum Archäologen bei jedem Anheben eines Deckels ihr Leben riskieren, erklärt die Wissenschaft überraschend nüchtern.

Die Entdeckung des geheimnisvollen „schwarzen Sarkophags" am Stadtrand von Alexandria schlug zuletzt hohe Wellen. Selbst wenn sein Bewohner nicht Alexander der Große war — die Umstände der Bergungsarbeiten machen diesen Fund zu einem außerordentlich gefährlichen Unterfangen. Im Mittelpunkt stehen giftige Gase, die aus dem angebrochenen Hohlraum entweichen konnten.

Für leidenschaftliche Ausgrabungsbegeisterte sind solche Phänomene schlicht der „Fluch der Pharaonen". Bei den jüngsten Arbeiten in Ägypten wurden strenge Vorsichtsmaßnahmen ergriffen: Unbeteiligte Personen verließen die Grabungsstelle, und der Deckel wurde zunächst nur wenige Zentimeter angehoben. Die Spezialisten arbeiteten ausschließlich mit professionellen Schutzmasken.

Ist die Angst vor dem Fluch berechtigt?

Die Geschichte kennt Dutzende Fälle, in denen das Betreten antiker Grabkammern mit schwerer Krankheit oder dem Tod endete. Der bekannteste Fall betrifft Tutanchamun und die Expedition von 1922. Howard Carter und Lord Carnarvon sollen dort angeblich die Inschrift gefunden haben: „Schnellflügeliger Tod jedem, der diese heilige Stätte betritt."

Was danach geschah, gibt tatsächlich zu denken. Bereits nach einem halben Jahr starb Lord Carnarvon an einem plötzlichen Fieber, und in den darauffolgenden Jahren ereilte der Tod mehrere weitere Expeditionsteilnehmer. Arthur Conan Doyle, der Schöpfer von Sherlock Holmes, glaubte fest an den Fluch — doch die Wissenschaft hat dafür eine völlig andere Erklärung parat.

Tödliche Pilze und uralte Strahlung

Im Laufe der Zeit stellte sich heraus, dass die eigentliche Bedrohung in unterirdischen Räumen die Histoplasmose ist. Diese gefährliche Erkrankung wird durch Sporen eines bestimmten Pilzes ausgelöst, der in den Exkrementen von Fledermäusen gedeiht — Tiere, die in Krypten allgegenwärtig sind. Die Symptome ähneln einer Lungenentzündung und enden häufig tödlich, wenn sie nicht rechtzeitig erkannt werden.

Daneben existiert eine weitere, faszinierende Theorie, die von Kernphysikern aufgestellt wurde. Einige Forscher vermuten, dass die alten Ägypter bewusst Steine mit erhöhter Hintergrundstrahlung für den Bau von Grabwänden verwendeten. Archäologen, die ahnungslos stundenlang in geschlossenen Räumen arbeiteten, könnten schlicht und einfach einer Strahlenbelastung ausgesetzt gewesen sein.

Moderne Opfer unterirdischer Kammern

Tragödien betreffen leider nicht nur Wissenschaftler, sondern auch illegale Schatzsucher. 2017 starben in China vier Menschen, die versuchten, ein tausend Jahre altes Grabmal auszurauben. Der Grund war erschreckend banal: Sie hatten einen Benzingenerator in den engen Raum mitgenommen, um ihre Beleuchtung zu betreiben. Alle vier starben an Kohlenmonoxidvergiftung.

Ähnliche Geschichten spielen sich auch näher an uns ab. Ein anonymer Schatzsucher berichtete von der Entdeckung einer Familiengruft in einem alten Herrenhaus. Als er durch einen schmalen Spalt ins Innere blickte, fand er dort eine Mumie — gekleidet in moderner Schatzsucher-Ausrüstung. Der Mann war dort vermutlich durch Sauerstoffmangel oder toxische Dämpfe ums Leben gekommen, während er versuchte, einen Sarkophag zu öffnen.

Die biologische Gefahr, die wir vergessen haben

Das größte Risiko geht womöglich von den Toten selbst aus. Experten für Infektionskrankheiten warnen eindringlich: Bestimmte Krankheitserreger wie Milzbrand oder die Pest können in Erdreich und sterblichen Überresten hunderte von Jahren überleben. Ein altes Grab ohne angemessene Schutzausrüstung zu öffnen bedeutet buchstäblich, die Büchse der Pandora mit Krankheiten aufzureißen, die die Welt längst vergessen hat.

Stell dir vor: Ein einziger unvorsichtiger Spatenstich könnte eine Epidemie aus vergangenen Jahrhunderten wieder zum Leben erwecken. Archäologie ist deshalb nicht nur Abenteuer — sie ist vor allem ein strenges System von Sicherheitsprotokollen, das Leben rettet.

Author

  • Martin Rütter, geboren 1970 in Duisburg, gilt heute als der renommierteste Hundexperte im deutschsprachigen Raum. Sein Weg zum „Hundevater der Nation“ begann nicht als bloßes Hobby, sondern mit einem fundierten Studium der Tierpsychologie in Pfungstadt sowie Praktika in Wolfsgehegen und bei internationalen Experten. 1995 legte er den Grundstein für seinen Erfolg und entwickelte die Trainingsphilosophie D.O.G.S. (Dog Orientated Guiding System). Dieses System basiert auf einer gewaltfreien, individuellen Kommunikation zwischen Mensch und Hund, die die natürlichen Bedürfnisse des Tieres in den Vordergrund stellt. Heute umfasst sein Netzwerk über 100 Hundeschulen in Europa, was ihn zum unangefochtenen Marktführer in der professionellen Hundeerziehung macht.

    Neben seiner unternehmerischen Tätigkeit hat Rütter durch seine Medienpräsenz Maßstäbe gesetzt. Seit 2008 ist er das Gesicht der Erfolgsserie „Der Hundeprofi“ auf VOX, in der er schwierige Fälle mit Fachverstand und einer Prise Humor löst. Seine Verdienste gehen jedoch weit über das Fernsehen hinaus: Als Bestsellerautor zahlreicher Fachbücher und durch seine ausverkauften Live-Entertainment-Shows hat er das Bewusstsein für Tierschutz und artgerechte Haltung in der breiten Masse verankert. Er engagiert sich zudem leidenschaftlich gegen illegale Welpentransporte und unprofessionelle Züchter, wodurch er sich als kritische und hochgeschätzte Instanz in der Welt der Kynologie etabliert hat.

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